Ärzte Zeitung online, 27.10.2017

Neues Faltblatt

Infos für Patienten mit ZNS-Lymphom

Für Patienten mit primärem ZNS-Lymphom ist eine neue Kurzinformation erschienen, teilt das Kompetenznetz Maligne Lymphome (KML) mit. Bei dieser Erkrankung häufen sich im zentralen Nervensystem (ZNS) – also im Gehirn und im Nervenwasser, seltener auch im Rückenmark und Auge – bösartig veränderte Immunzellen an.

Themen des 12-seitigen Faltblattes "ZNS-Lymphome": Wie entstehen die Lymphome, welche Symptome rufen sie hervor, wie wird behandelt? ZNS-Lymphome entstehen durch Veränderungen an den Lymphozyten (entweder B- oder T-Lymphozyten), einer Unterart der weißen Blutzellen, die für die Abwehr von Krankheiten zuständig ist.

Damit gehört das ZNS-Lymphom zur großen Gruppe der malignen (= bösartigen) Lymphome, die überall im Körper entstehen können. Von einem primären ZNS-Lymphom spricht man, wenn die Zellanhäufungen zum Zeitpunkt der Erstdiagnose auf das zentrale Nervensystem begrenzt sind.

Sekundäre ZNS-Lymphomen sind dagegen Absiedlungen eines fortgeschritten Lymphoms, das zuvor oder zeitgleich außerhalb des ZNS aufgetreten ist.

Etwa 95 Prozent der primären Lymphome des zentralen Nervensystems sind aggressive, schnell wachsende B-Zell-Lymphome vom Typ des diffus großzelligen B-Zell-Lymphoms (DLBCL), die ohne Verzögerung behandelt werden müssen. Anders als bei anderen Gehirntumoren wird dabei nicht die operative Entfernung angestrebt, sondern es kommen überwiegend medikamentöse Therapien zum Einsatz.

Der Text der Patienteninformation wurde von der Kooperativen ZNS-Studiengruppe um Gerald Illerhaus (Klinikum Stuttgart) entwickelt und durch die Deutsche Studiengruppe Primäre ZNS Lymphome (G-PCNSL-SG) um Agnieszka Korfel (Charité Universitätsmedizin) ergänzt.

Beide Studiengruppen sind auf die Behandlung von Patienten mit ZNS-Lymphomen spezialisiert und stehen Ärzten und Patienten für Konsilanfragen zur Verfügung. Die Herstellung des Faltblatts wurde durch die Riemser Pharma GmbH unterstützt – ohne Einfluss auf Inhalte.

Bestellung: lymphome@uk-koeln.de oder telefonisch:0221 478-96000. Download unter www.lymphome.de

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