Ärzte Zeitung, 15.09.2005

KOMMENTAR

Aufklärung zu Prostatakrebs tut not

Von Thomas Müller

Männer gehen mit ihrer Gesundheit viel nachlässiger um als Frauen. Das ist bekannt. Besonders eklatant ist dies, wenn es um die Prostata-Krebsvorsorge geht.

Da kommen die gesetzlichen Krankenkassen einmal für eine Vorsorge-Untersuchung auf, aber nur ein kleiner Teil der Männer nimmt sie wahr. Nach eine EMNID-Umfrage gehen nur 20 Prozent der Männer über 45 Jahren regelmäßig zur jährlichen Tast-Untersuchung - Tendenz fallend, und 32 Prozent der Männer im entsprechenden Alter waren deswegen noch nie beim Arzt.

Grund genug also, beim heutigen europäischen Prostata-Aktionstag für die Krebsvorsorge zu werben.

Interessant ist: Fast alle Männer, die jährlich zur Vorsorge-Untersuchung gehen, lassen sich auch den PSA-Wert bestimmen. Sind Männer also erst einmal davon überzeugt, daß die Vorsorge Sinn macht, sind sie dabei auch konsequent - und bereit, den PSA-Test aus eigener Tasche zu bezahlen.

Lesen Sie dazu auch:
Erste begehbare Prostata in Berlin

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