Ärzte Zeitung, 14.06.2006

Therapie gegen H. pylori ist gute Krebsprävention

Leitlinien zur Therapie gegen Helicobacter pylori wurden überarbeitet / Eradikation sollte möglichst früh stattfinden

WIESBADEN (grue). Mit dem Magenkeim Helicobacter pylori infiziert zu sein, ist der größte Risikofaktor für ein Nicht-Kardia-Magenkarzinom. Die medikamentöse Eradikation der Bakterien ist deshalb eine effektive Maßnahme zum Schutz vor Magenkrebs.

H. pylori: Wer ihn im Magen hat, hat ein erhöhtes Krebsrisiko. Foto: Altana / Abbott

So wird es in den noch nicht publizierten Maastricht-Konsensus-Leitlinien 2005 zur Eradikationstherapie stehen, über die Privatdozent Dr. Michael Vieth aus Bayreuth bei einer Veranstaltung des Unternehmens Altana beim Internistenkongreß in Wiesbaden berichtet hat. "Sieben von zehn Magenkrebs-Erkrankungen werden durch H. pylori verursacht", sagte der Pathologe.

Vieth erinnerte an eine japanische Studie, in der fast drei Prozent von 1246 H. pylori-positiven Patienten nach acht Jahren ein Magenkarzinom entwickelt hatten, aber keiner von 280 H. pylori-negativen Patienten (NEJM 345, 2001, 784). Am höchsten war das Krebsrisiko für H. pylori-Infizierte mit korpus-dominanter Gastritis oder intestinaler Metaplasie.

"Der Magenkeim muß aber möglichst früh eradiziert werden, damit die Chemoprävention funktioniert", sagte Vieth. Er begründete das mit dem Hinweis auf eine weitere prospektive Studie.

Darin wurde bei jeweils über 800 H. pylori-infizierten Patienten nach Eradikations- oder nach Placebo-Therapie die Rate von Magenkrebs-Erkrankungen innerhalb von 7,5 Jahren untersucht (JAMA 291, 2004, 187). Der Unterschied zwischen beiden Gruppen war nach dieser Zeitspanne statistisch jedoch nicht signifikant.

   Pro Jahr 20 000 Neu-Infizierte in Deutschland.
   

Für die jeweils etwa 500 Patienten ohne präkanzeröse Läsionen zu Studienbeginn, ein sekundärer Endpunkt, stellten die Forscher aber fest, daß die Eradikationstherapie signifikant vor Magenkrebs schützte: Hier hatte kein Patient mit Eradikationstherapie Magenkrebs bekommen, mit Placebo war das jedoch bei sechs Personen der Fall (JAMA 291, 2004, 187). "Dies unterstreicht, daß eine Eradikation nötig ist, solange noch keine intestinalen Metaplasien da sind", sagte Vieth.

In Deutschland infizieren sich nach Angaben des Pathologen jährlich geschätzte 20 000 Menschen neu mit H. pylori. Eine Eradikation wird unter anderem empfohlen, wenn eine atrophische Gastritis besteht oder wenn Magenkrebs in der Familie vorgekommen ist. Mit einer Kombination aus Protonenpumpenhemmer (PPI) und zwei Antibiotika verschwinden die Magenkeime innerhalb von sieben Tagen.

Eine gute Compliance macht dabei die Therapie mit ZacPac® möglich. Darin sind der PPI Pantoprazol und die beiden Antibiotika Clarithromycin und Amoxicillin in sieben zweigeteilten Tagesblistern mit je einer Morgen- und Abenddosis enthalten.

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