Ärzte Zeitung online, 09.06.2017
 

Vom Darm ins Hirn

Parkinson beginnt möglicherweise im Magen

Ein gestörtes Protein wandert vom Magen-Darm-Trakt ins Hirn und löst dort Parkinson aus: Diese Hypothese haben Parkinson-Forscher jetzt weiter untermauert.

Von Alexander Joppich

Parkinson beginnt möglicherweise im Magen

3D-Modell von Nervenzellen: Forscher sind dem Ursprungsort von Parkinson auf der Spur.

© ralwel / Fotolia

KIEL. Schon länger vermuten Wissenschaftler, dass der Darmbereich ein Ursprung der Parkinson-Erkrankung sein könnte: Eine neue Studie aus Schweden, die im Magazin "Neurology" veröffentlicht wurde, feuert diese Hypothese an.

Die Forscher verglichen dabei Daten der schwedischen Gesundheitsdatenbank. Das Ergebnis: Patienten mit ganz oder teilweise durchtrenntem Vagusnerv erkrankten seltener an Parkinson als die Kontrollgruppe. Betrachteten die Wissenschaftler nur diejenigen mit vollständiger Durchtrennung des Nervs, sank die Parkinson-Rate um 22 Prozent. Lag die Vagotomie mindestens fünf Jahre zurück sogar um 41 Prozent.

"Die neue Studie hat zwar keine unmittelbaren Konsequenzen für die Therapie, aber sie zeigt uns, dass wir bei der Erforschung neuer Behandlungsoptionen den richtigen Weg eingeschlagen haben", sagt Professorin Daniela Berg von der der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

Krankhaftes Eiweißmolekül auf Wanderschaft

Bei der Krankheit lagert sich das fehlgespaltene Eiweißmolekül Alpha-Synuklein an Nervenzellen im Gehirn ab. Die Verbindung von Magen-Darm und Hirn steht schon länger im Visier als möglicher Parkinson-Entstehungsort: Das womöglich durch Toxine und Pathogene gestörte Eiweiß könnte von dort ins Hirn hochwandern (Aszensionshypothese).

An der TU Dresden gelang es einer Arbeitsgruppe vor einiger Zeit im Tierversuch, eine gestörte Zellatmung als Parkinson-Trigger zu forcieren: Sie schleusten das Pestizid Rotenon in den Magen, störten damit die Mitochrondrienatmung und beobachteten die Ausbreitung der Störung ins Gehirn.

[15.06.2017, 13:23:25]
Horst Grünwoldt 
Wandernde Proteine?
Die schwedische Hypothese vom "gestörten Eiweiß", das auch längs eines Vagus-Nervs bis in´s Gehirn "wandern" kann, und dort für die Schüttellähme (Parkinsonsche Krankheit) verantwortlich sein soll, erinnert stark an die fragwürdige BSE-Entstehungs-Geschichte!
In der wurde ja sogar ein zelleigenes Prion-Protein erstmals als ein infektiöser Erreger postuliert, und vom namhaften FLI auf dem Riems in zweifelhaften Tierversuchen und deren dubiöser Interpretation angeblich bewiesen...Das sollte wegen "falscher Faltung" als Strukturprotein bekanntlich eine Infektions-Kaskade durch Umfaltung aller natürlichen Zellwand-Prione längs von Kopfnerven den "Hirnschwamm" pathogenetisch erzeugen.
Damit dürfte auch die "Aszensions"-Hypothese mit dem "aufsteigenden", fehlgespaltenen (wo?) Alfa-Synuklein als Trigger für Parkinson wenig glaubwürdig sein. Aber zu neuen Hirnspekulationen führen. - - -
Dass es endogenetisch oder toxisch bei der komplizierten intrazellulären Protein-Synthese zu "Fehlprodukten" kommen kann, dürfte unbestritten sein. Die findet fehlgeleitet i.d.R. aber erst im betreffenden Gewebe des kranken Organs statt, also in oder an Hirnzellen, wo die Noxe schädlichen Einfluß nehmen kann. Schließlich sind einzelne Hirnnerven -außer bioelektrische Leiter- keine stofflichen Transportsysteme vom Magen-Darm ausgehend.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock  zum Beitrag »
[12.06.2017, 17:28:32]
Michael Peuser 
Ursachen von Parkinson
Ich beobachte schon lange Parkinson-Patienten und stellte fest, dass die Mehrheit von ihnen sich nicht artgerecht ernährt und viel zu viel tierisches Eiweiss verzehren. Der Mensch kann täglich nur 200 g tierisches Eiweiss verarbeiten und der Überschuss wird im tierischen Eiweisspeicher zwischen den Kapillaren und den Zellen im Interstitium abgelagert. Die Frühmenschen haben jährlich 3 Monate gehungert und da wurde dieser Speicher geleert. Auch die katholische Fastenzeit half mit diesen Speicher zu leeren. Seit 1950 wird in der westlichen Welt nicht mehr gehungert, die Fastenzeit nicht mehr eingehalten und der tierische Eiweissspeicher nur noch gefüllt.
Unzählige Krankheiten entstehen dadurch, da durch die Verstopfung des Interstitium die Zellen nicht mehr ordnungsgemäss versorgt werden mit Sauerstoff und den Nährstoffen. Dazu gehören: Arteriosklerose, Herzinfarkt, Gehirnschlag, Angina pectoris, Weichteil-Rheuma (Fibromyalgie), Arthrose, Arthritis, Parkinson, Arterielle Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck, Gicht, Hypercholesterinämie, Fettstoffwechselkrankheiten, Glaukom, Retinitis, Nephritis, Autoimmunkrankheiten, Lumbago, Wadenkrämpfe, Schmerzen in der Herzgegend, Linker Schulter Armschmerz, Schwindel, Vergesslichkeit, Mangelnde Frische, Depression, Kopfschmerzen, Ohrensausen, Diabetes-2, Parodontose und Embolien.
Aber dies lehrte bereits Prof. Dr. med. Lothar Wendt, Frankfurt.
Der erste Schritt um diese Krankheiten zu mildern ist eine 3-monatige Diät, bei der 7 Nahrungsmittel nicht gegessen werden: Fleisch, Fisch, Käse, Wurst, Milch, Jogurt und Eier. Wichtig ist zu wissen, dass Butter kein tierisches Eiweiss ist und daher auch reichlich mit Brot gegessen werden kann. Tiere, die tierisches Eiweiss essen haben einen kurzen Darm. Die Darmlänge und unsere Zähne beweisen, dass der Mensch nicht für diese tierische Eiweisskost geschaffen wurde. Der moderne Mensch darf tierisches Eiweiss essen und geniessen, aber nur bescheidene Mengen.
Michael Peuser
Staatspreisträger in Brasilien
www.aloevera-info.org/
 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »