Ärzte Zeitung, 19.01.2012

Muskelfasern werden wie DNA stabilisiert

BOCHUM (eb). Muskelzellen werden auf die gleiche Weise stabilisiert wie die Erbsubstanz, haben Forscher unter anderem aus Bochum nachgewiesen.

Methyltransferasen übertragen im Zellkern Methylgruppen auf Abschnitte der Erbsubstanz. So markieren sie aktive und inaktive Genabschnitte. Auch Zellkernproteine werden methyliert, am häufigsten an der Aminosäure Lysin.

An den methylierten Regionen bilden sich Proteinkomplexe, die wichtig für Reparatur und Replikation der Erbsubstanz sind. Welche Proteine die im Zytoplasma vorkommenden Methyltransferasen methylieren, war weitgehend unbekannt.

Die Forscher identifizierten im Zytoplasma ein Enzym, das Lysin methyliert (Smyd2). Als Partner von Smyd2 bestimmten sie das Hitzeschockprotein Hsp90.

Smyd2 und methyliertes Hsp90 bilden einen Komplex mit dem Muskelprotein Titin, dem größten Eiweiß bei Menschen. Es fungiert als elastische Feder und wird durch die Bindung von methyliertem Hsp90 geschützt.

Muskelzellen des Zebrafischs veränderten die Forscher so, dass Smyd2 nicht gebildet und Hsp90 nicht mehr methyliert wurde. Folglich war die elastische Titinregion instabil, die Muskelfunktion stark eingeschränkt; die regelmäßige Muskelstruktur löste sich teilweise auf (Genes and Development 2012; online 12. Januar).

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Grippe-Impfsaison noch lange nicht vorbei!

Kein Land Europas erreicht die Influenza-Impfziele der WHO. Jetzt vor der Grippewelle appellieren Experten daher an Ärzte, noch möglichst viele Patienten zu schützen. mehr »

Wenn Insulin zum fetten Problem wird

Schon leicht erhöhte Insulinspiegel können offenbar Adipositas sehr stark fördern. Forscher haben sich den Zusammenhang angeschaut und empfehlen Intervallfasten – mit einer Einschränkung. mehr »

Musiktherapie tut Krebskranken gut – zumindest kurzfristig

Ein Bericht für das IQWiG bescheinigt der Musiktherapie kurzfristigen Nutzen im Vergleich zur Routineversorgung bei Angst, Depression und Stress. Zur Bewertung von Langfrist-Effekten fehlen aber Daten. mehr »