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Bei Spitzensportlern ist plötzlicher Herztod selten

NEU-ISENBURG (ug). "Es gibt keine Häufung des plötzlichen Herztodes im Spitzensport", betont der Sportmediziner Professor Wilfried Kindermann aus Saarbrücken, leitender Mannschaftsarzt des deutschen Olympia-Teams. Nach dem Tod des 24jährigen ungarischen Kickers Miklos Feher am Sonntag im Stadion der nordportugiesischen Stadt Guimarães, nur sieben Monate nachdem der 28jährige Kameruner Fußballer Marc-Vivien Foe auf dem Spielfeld gestorben war, hat man einen ganz anderen Eindruck. Einen Tag nach Fehers Tod ist außerdem ein weiterer Kicker an Herzinfarkt gestorben: Ein 30jähriger Fußballspieler des schwedischen Amateur-Klubs Kävlinge Gif ist beim Training zusammengebrochen.

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In Deutschland sterben pro Jahr etwa 900 Sportler am Sekundentod, doch bei Spitzensportlern weltweit sei das eine Ausnahme, zitiert die Berliner Zeitung "Morgenpost" den Sportmediziner Kindermann.

Wenn junge Menschen, die regelmäßig Sport treiben, am plötzlichen Herztod sterben, sind meist akute, komplexe Arrhythmien der Grund für den plötzlichen Tod, wie der Kardiologe Professor Herbert Löllgen vom Sana-Klinikum in Remscheid schreibt ("Notfallmedizin" 29, 2003, 148).

Bei Personen unter 30 liegt die Rate des plötzlichen Herztodes bei fünf bis zehn auf eine Million, davon finden acht Prozent während der Belastung statt. Sportler, bei denen während der Belastung das Herz aussetzt, haben meist schon eine organische kardiale Grunderkrankung wie etwa eine Kardiomyopathie, ein Wolff-Parkinson-White-Syndrom mit intermittierendem Vorhofflimmern oder ein langes QT-Syndrom, das entweder angeboren ist oder vor allem durch Medikamente wie Antibiotika oder Antihistaminika ausgelöst werden kann.

Sehr viel seltener kommt der Herzstillstand durch eine Ischämie oder ein Versagen der Klappen zustande. Personen mit einer dilatativen Kardiomyopathie oder Vorhofflimmern können über lange Zeit sehr leistungsfähig sein und dennoch unter Belastung akut dekompensieren, berichtet Löllgen.

Und auch der Herzinfarkt ist beim Sport möglich. Entsprechende Symptome einer koronaren Herzerkrankung werden von den Sportlern häufig fehlgedeutet, etwa als Schmerzen im Rücken. Löllgen: "Nicht selten werden daher Sportler vom Orthopäden betreut, bevor es zum tödlichen Ereignis kommt."

Entzündliche Herzerkrankungen, etwa bei einer Borreliose oder Sarkoidose können ebenfalls einen plötzlichen Herztod verusachen. Und schließlich führt Löllgen das stumpfe Thoraxtrauma auf, bei dem ein Ball, ein Puck oder ein Ellenbogen den Brustkorb des Sportlers so erschüttert, daß ein Vorhof- oder Kammerflimmern ausgelöst wird.

Woran Miklos Feher gestorben ist, ist auch nach einer vierstündigen Obduktion noch nicht klar. Es seien keine inneren Verletzungen festgestellt worden, teilten die portugiesischen Behörden mit. Nun sollen Laboranalysen die Todesursache klären, das dürfte mehrere Wochen dauern.

Wie kann ein solcher Herztod verhindert werden? "Alle Athleten der A-,B- und C-Kader können jährlich eine sportmedizinische Untersuchung machen", erklärt Kindermann das deutsche System. Dabei werden ein Belastungs-EKG, eine Sonographie des Herzens und eine Lungenfunktionsprüfung gemacht. Das nehmen nicht alle Topsportler wahr.

Aber beim Fußball ist man strikt: "Seit 1998 müssen sich alle Spieler der Ersten und der Zweiten Liga vor der Saison einer internistisch-kardiologischen Untersuchung unterziehen", sagt Kindermann. "Erst dann gibt es die Spielerlaubnis."

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