Ärzte Zeitung, 26.09.2006

Schwere Sportverletzungen bei Kindern werden häufiger

Orthopäden mahnen Schutzkleidung an / Skater-Projekt

BERLIN (eb/dpa). Immer häufiger verletzen sich Kinder beim Sport. Außer Knochenbrüchen und anderen Akutverletzungen nehme auch die Zahl der orthopädischen Sportverletzungen zu, sagten Ortho- päden im Vorfeld des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie, der am 2. Oktober in Berlin beginnt.

Die meisten Jugendlichen machen es hier richtig: Zum Inline-Skating muß Schutzkleidung getragen werden, dazu gehört ein Helm. Foto: Media Concept GmbH

Professor Ingo Marzi, Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Uni Frankfurt am Main, führt diese Häufung auf die zunehmende Beliebtheit riskanter Sportarten wie Inline-Skating, Skate- oder Snowboardfahren zurück.

Bei diesen gefährlichen Sportarten komme es immer häufiger auch zu schweren Schädel-Hirn-Verletzungen mit bleibenden Schäden oder sogar tödlichem Ausgang, wird Marzi vom Kongreßbüro zitiert.

Die meisten Verletzungen ließen sich durch geeignete Schutzkleidung vermeiden: "Seit Einführung der gesetzlichen Helmpflicht für Radfahrer sind in einigen Regionen der USA und Australiens die schweren Kopfverletzungen um bis zu 90 Prozent zurückgegangen."

Vorgestellt wurde das bundesweite Projekt "Safer-Skating". Hier würden Schüler im Unterricht lernen, wie sie das Verletzungsrisiko auf ein Normalmaß senken können, so Marzi. Regeln zur Sicherheit, zur Sportmedizin und viele weitere Infos gibt es auch im Internet.

Sportverletzungen bei Kindern ist eines der Themen des Kongresses in Berlin, zu dem etwa 9000 Teilnehmer erwartet werden. Motto der fünftägigen internationalen Veranstaltung ist: "Im Wettlauf mit der Zeit". Themen sind vor allem Prävention von und neue Therapien bei Arthrose und Osteoporose.

Infos zum Projekt "Safer-Skating" unter: www.safer-skating.de, zum Kongreß unter: www.orthopaedie-unfallchirurgie.de

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