Ärzte Zeitung, 19.12.2008

Die Debatte zur Spätabtreibung - Auszüge aus den Bundestagsreden:

Ist jede Untersuchung wirklich nötig?

Ist jede Untersuchung wirklich nötig?

Birgitt Bender (Grüne), gesundheitspolitische Sprecherin

Foto: Grüne

Wir teilen das Ziel und die Sorgen von Herrn Singhammer: Die Gesellschaft soll Menschen mit Behinderung ihre Zugehörigkeit zeigen. Und wir teilen auch die Sorge, dass dies noch nicht funktioniert.

Aber kommen Sie doch einmal nach Baden-Württemberg und sprechen Sie mit Eltern, die darum kämpfen, dass ihre Kinder mit Downsyndrom am Regelunterricht einer normalen Schule teilnehmen dürfen. Gegen die CDU-geführte Kultusbürokratie kämpft gerade auch eine Waldorfschule in Emmendingen, die jahrelang Kinder gemeinsam unterrichtet hat. Jetzt soll sie die Kinder für den weiteren Unterricht trennen.

Ich habe der Diskussion entnommen, dass bei den Beratungen zum Gendiagnostikgesetz noch Beratungsmöglichkeiten bestehen. Wir sollten überlegen, dass nicht jede Untersuchung notwendig sein muss. Denn wie soll ein Mädchen aufwachsen, deren Eltern schon vor der Geburt wissen, dass sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent im späteren Alter an Brustkrebs erkranken könnte? Da sollten wir überlegen, ob Beratungs-, Dokumentations- und Informationspflichten seitens der Frauen und Ärzte zum Ziel führen.

Lesen Sie dazu auch den Gastkommentar:
Dr. Frank-Ulrich Montgomery: Es geht um Hilfe für Frauen

Lesen Sie dazu auch:
Mehr Beratung der Frau: ja! Aber ist auch Zwang nötig?
Spätabtreibung - welche Beratung braucht eine Frau, die ein behindertes Kind erwartet?
Was Parlamentarier trennt und eint
Abtreibungsrecht - was derzeit gilt

Die Debatte zur Spätabtreibung - Auszüge aus den Bundestagsreden:
Wir sind gegen die Beratungspflicht
Es geht um umfassende Hilfe
Es darf keinen Automatismus geben!
Die Beratung soll ergebnisoffen sein
Frauen sollen auch "Nein" sagen können
Mehr Unterstützung statt mehr Druck

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