Direkt zum Inhaltsbereich

Es geht um Hilfe für Frauen

Von Dr. Frank-Ulrich Montgomery Veröffentlicht:

Abtreibungen sind nicht nur für die betroffenen Frauen eine schreckliche, häufig traumatische Erfahrung, auch für die Ärzte können sie eine große Belastung sein - dies gilt insbesondere für die steigende Zahl von Spätabtreibungen. Wir fordern deshalb schon lange ein schlüssiges Beratungskonzept, das alle Fälle von Spätabtreibungen erfasst. Mit dem halbherzigen und im Ergebnis völlig untauglichen Versuch, einen Teil des Problems im geplanten Gendiagnostikgesetz und in den Mutterschaftsrichtlinien zu regeln, ist es nicht getan.

Gesetzliche Verankerung ist dringend erforderlich

Die Beratungspflicht des Arztes und Angebote zu einer unterstützenden psychosozialen Beratung sowie die dreitägige Bedenkzeit nach Indikationsstellung müssen endlich gesetzlich verankert werden. Deshalb hoffen wir, möglichst viele Abgeordnete des Bundestages von der Notwendigkeit einer Ergänzung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes überzeugen zu können.

Ziel ist eine einheitliche ärztliche Beratungspflicht

Wir unterstützen deshalb ausdrücklich den Entwurf aus den Reihen der Unionsfraktion, der eine einheitliche ärztliche Beratungspflicht für alle vorgeburtlichen Untersuchungen vorsieht - und zwar in allen Phasen der Schwangerschaft. Dieser Weg ist richtig. Es kann nicht Sinn einer gesetzlichen Regelung sein, nur Teilmengen eines Problems zu lösen. Gerade bei nicht-genetischen, häufig diagnostizierten Erkrankungen wie Herz- und Hirnmissbildungen, Spina bifida und Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte ist eine gesetzliche geregelte Beratungspflicht unabdingbar. Denn nur so ist garantiert, dass alle Fälle erfasst werden.

Hilfe muss Wege für das spätere Leben zeigen

Unabhängig davon, ob eine genetische Untersuchung stattgefunden hat oder nicht, sind gerade Schwangere in seelischen Belastungssituationen auf eine intensive Beratung und Unterstützung angewiesen.

Es darf nicht zu Kurzschlusshandlungen kommen, die dann dazu führen, dass Frauen ihr ganzes Leben unter Schuldgefühlen leiden. Ziel der Beratung muss es sein, den Frauen zu helfen und ihnen Wege aufzuzeigen, welche Hilfen sie bekommen, wenn ihr Kind behindert zur Welt kommt.

Lesen Sie dazu auch: Mehr Beratung der Frau: ja! Aber ist auch Zwang nötig? Spätabtreibung - welche Beratung braucht eine Frau, die ein behindertes Kind erwartet? Was Parlamentarier trennt und eint Abtreibungsrecht - was derzeit gilt

Die Debatte zur Spätabtreibung - Auszüge aus den Bundestagsreden: Wir sind gegen die Beratungspflicht Es geht um umfassende Hilfe Es darf keinen Automatismus geben! Die Beratung soll ergebnisoffen sein Frauen sollen auch "Nein" sagen können Ist jede Untersuchung wirklich nötig? Mehr Unterstützung statt mehr Druck

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Statistik

Digitales Organspenderegister nimmt langsam Fahrt auf

Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Podcast Dr. Nele Frerksen-Kirschner

© Porträt: Dr. Nele Freerksen-Kirschner, Universitätsklinik Aachen | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wechseljahresbeschwerden individuell behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gedeon Richter Pharma GmbH, Köln
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

Lesetipps
Ältere Frau versucht, sich mit einem Fan abzukühlen.

© solidcolours/Getty Images/iStock

Tipps

Sommerhitze: Das ist wichtig bei älteren Patienten

Eine Hand hält ein

© Sergey Nivens / stock.adobe.com

Jetzt abonnieren

Unsere Newsletter in der Übersicht