Ärzte Zeitung, 06.09.2011

KV Berlin: Bahr soll Richtgrößenprüfung abschaffen

KV Berlin will Nachbesserungen an Versorgungsgesetz

BERLIN (ami). Die KV Berlin begrüßt das Versorgungsgesetz in weiten Teilen. Nachbesserungsbedarf sieht sie allerdings bei den Richtgrößenprüfungen.

"Die Richtgrößenprüfung ist für viele Ärzte ein Damoklesschwert und schreckt junge Mediziner ab, sich niederzulassen. Hier sollte der Gesetzgeber die Chance ergreifen, diese Hürde auszuräumen", so KV-Vorstandsmitglied Burkhard Bratzke.

Er verweist auf die Richtgrößen-Entscheidung des Schiedsamtes in Berlin, die für einige Unruhe bei den Ärzteverbänden in der Hauptstadt gesorgt hat.

KV-Chefin Dr. Angelika Prehn bezeichnet es als "bedauerlich, dass Kritiker gleich das ganze Gesetz ablehnen und mit ungenauen Behauptungen Ängste bei Patienten und Politik schüren wollen".

Prehn: Von Überversorgung kann keine Rede sein

Damit wandte sie sich vor allem gegen Äußerungen einiger Kassenverbände, dass es in Ballungsräumen zu viele Ärzte gebe.

"Diese Überversorgung mit Fachärzten in Ballungsgebieten wie Berlin glaubt den Kassenvorständen jedenfalls sicher keiner ihrer Versicherten, die bereits die starke Auslastung der Berliner Fachärzte spüren", ergänzte KV-Vize Dr. Uwe Kraffel.

Die Ärzte seien in den Bezirken unterschiedlich und nicht immer bedarfsgerecht verteilt. "Das Gesetz kann uns hoffentlich helfen, diese Problematik zu entschärfen", so Kraffel weiter.

Prehn bezeichnet es als "gut und überfällig, dass nun versucht wird, die Strukturen zu verbessern, anstatt wie bisher auf dem Rücken der Ärzte und auf Kosten der Patienten zu sparen".

Richtige Ansätze sieht sie auch in der umstrittenen Stärkung der regionalen Gestaltungsspielräume der gemeinsamen Selbstverwaltung.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Versorgung psychisch kranker Kinder ist ein Flickenteppich

Der Trend bei den psychischen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen ist stabil. Eine einheitliche Versorgungslandschaft besteht in Deutschland aber nach wie vor nicht. mehr »

„Mütter sind die zentralen Ansprechpartner“

In dieser Woche werben Urologen für die HPV-Impfung. Vor allem bei Jungen besteht Nachholbedarf. Wie können sie für eine Impfung gewonnen werden? mehr »

Mama leckt den Schnuller ab – kein Tabu

Botschaft einer neuen US-Studie: Das Ablutschen kann Vorteile fürs Immunsystem der Kinder haben. mehr »