Ärzte Zeitung, 28.06.2013

Kommentar zur GMK

Ende der Schrumpfkur?

Von Helmut Laschet

Immerhin: allmählich dämmert den Ländergesundheitsministern, dass der öffentliche Gesundheitsdienst in den letzten Jahrzehnten auf einen Restposten in einem komplexen Gesundheitssystem geschrumpft ist.

Im Wesentlichen beschränkt sich dessen Aufgabe heute auf Vollzug und Überwachung bestimmter hoheitlicher Aufgaben. Von aktiver Gestaltung der Gesundheitsversorgung, beispielsweise in der Präventionspolitik, kann keine Rede mehr sein.

Die Kritik am Präventionsgesetz der schwarz-gelben Koalition, das sich zwangsläufig auf das Leistungsrecht der GKV konzentriert und die (Primär-)Prävention in Lebenswelten außer Betracht lässt, ist angesichts der Versäumnisse der Länder in der Vergangenheit heuchlerisch.

Die Erkenntnis, dass die Vergütung der Amtsärzte inzwischen unattraktiv ist, könnte ein erster Schritt sein. Die Beamtenbesoldung zu reformieren und leistungsgerecht zu differenzieren, erfordert freilich einen Dauerlauf gegen Innen- und Finanzminister.

Inhalte und Aufgaben der Ärzte für öffentliches Gesundheitswesen wieder attraktiv zu machen und sie vom Odium zu befreien, sie seien Mediziner, die kein Blut sehen können, ist eine Herausforderung, die einen langen Atem braucht. Vor Illusionen sei gewarnt. Papier ist geduldig.

Lesen Sie dazu auch:
Bessere Bezahlung: Länder schmeicheln Amtsärzten

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »