Ärzte Zeitung, 05.02.2014
 

Kindervorsorge in Hamburg

Unterschrift des Arztes nötig

Hamburg hat das Einladungswesen für die U-Untersuchungen neu gefasst. Am Ende steht neue Bürokratie für Ärzte.

HAMBURG. Hamburger Ärzte müssen künftig Einladungsschreiben zu Kindervorsorgeuntersuchungen abzeichnen und an eine zentrale Stelle zurückschicken. Grund ist ein neues Einladungswesen in der Hansestadt. Vergleichbare Modelle laufen in anderen Bundesländern bereits erfolgreich.

Die vom Senat beschlossene Regelung sieht vor, dass die Eltern oder Sorgeberechtigten künftig mit einem Anschreiben zur Teilnahme an den Kindervorsorgeuntersuchungen U6 und U 7 eingeladen werden.

Die codierten und frankierten Einladungen werden von einer Zentralen Stelle in Neumünster an jährlich rund 33.000 Eltern von Kindern im 10. bis 12. sowie im 21. bis 24. Lebensmonat verschickt.

Der aufgesuchte Arzt muss die Anschreiben abzeichnen und direkt an die Zentrale Stelle zurückschicken. Dort werden die Postkarten mit den Daten der Meldebehörde abgeglichen.

Kein Kind soll Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen vorenthalten werden

Nach versäumten Vorsorgeuntersuchungen nimmt das Gesundheitsamt Kontakt mit der Familie auf und macht bei Bedarf auch Hausbesuche. In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern konnte mit vergleichbaren Regelungen die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen der Kinder gesteigert werden.

Dies hatte auch ein zweijähriger Modellversuch in Hamburg gezeigt. Im Nordosten wird derzeit erprobt, ob das Modell auch die Teilnahme an den Jugendgesundheitsuntersuchungen steigern kann.

In der Hansestadt ist die Neuregelung Bestandteil eines Netzwerks der frühen Hilfen mit dem Ziel, dass keinem Kind die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen vorenthalten wird.

Dadurch sollten die Risiken für die gesundheitliche, seelische und soziale Entwicklung von Kindern möglichst frühzeitig erkannt sowie eventuellen Fehlentwicklungen und Gefährdungen entgegengewirkt werden", warb die Gesundheitsbehörde für ihr Maßnahmenbündel.

Hierzu gehören auch Babylotsen in den zwölf Hamburger Geburtskliniken. Sie sollen noch vor der Geburt Unterstützungsbedarf erkennen und mit Zustimmung der Eltern in geeignete Hilfsangebote weiterzuleiten. (di)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »