Ärzte Zeitung, 18.12.2009

Punktwert bei RLV-Überschreitung: Niedersachsen zahlt zwei Cent

Vielen Hausärzten reicht das RLV nicht. Für Leistungen, die über das Budget hinausgehen, zahlen die KVen unterschiedlich hohe Restpunktwerte.

zur Großdarstellung klicken

Nicht einmal einen Cent ist in einigen KVen der Punktwert für die abgestaffelten Leistungen wert.

Foto: fox17©www.fotolia.de

Von 0,58 Cent bis zwei Cent reicht die Spanne, in der sich nach einer Umfrage der "Ärzte Zeitung" unter elf KVen der Auszahlungspunktwert für die abgestaffelt zu vergütenden Leistungen bewegt. "Rund zwei Cent" zahlte im ersten Halbjahr 2009 die KV Niedersachsen an Hausärzte, knapp einen Cent bekamen Fachärzte. Damit seien die Punktwerte für die abgestaffelten Leistungen zwar etwas höher als im ersten Halbjahr 2008. "Beide sind aber so weit von einer Kostendeckung entfernt, dass die Leistungserbringung nur im Rahmen einer Mischkalkulation wirtschaftlich tragbar ist", heißt es bei der KV.

Einen Punktwert von über einen Cent bekamen zum Beispiel Hausärzte in Hamburg (1,2 Cent im ersten Quartal), Rheinland-Pfalz (1,16 Cent im ersten, 1,75 Cent im zweiten Quartal), Saarland (1,0136 Cent im ersten, 1,0525 Cent im zweiten Quartal), in Hessen (1,3445 Cent im zweiten Quartal nach 0,7795 Cent im ersten Vierteljahr) oder in Bayern (1,57 Cent im ersten Quartal).

Einen Restpunktwert von unter einem Cent meldeten für das erste und zweite Quartal die KV Sachsen (I: 0,6466 Cent, II: 0,8074 Cent), Baden-Württemberg (I: 0,5880 Cent, II: 0,717 Cent), Berlin (I: 0,6228 Cent, II: 0,7559 Cent), Bremen (I: 0,7145 Cent, II: 0,6815 Cent) und Schleswig-Holstein (I: 0,7031 Cent, II: 0,7014 Cent).

Diese Restpunktwerte sind teilweise höher als die Auszahlungspunktwerte, die es vor der Honorarreform für quotierte Leistungen gab - so den Angaben zufolge beispielsweise in Hessen, Sachsen oder Berlin. In Rheinland-Pfalz dagegen waren die Restpunktwerte im ersten Halbjahr 2008 höher als im gleichen Zeitraum 2009. "Allerdings muss dies wieder relativiert werden, da zum damaligen Zeitpunkt etwa 40 Prozent aller Leistungen nur quotiert ausbezahlt wurden, in 2009 jedoch nur zehn bis 15 Prozent", so die KV.

In Baden-Württemberg überschritten im ersten Quartal die Hausärzte ihr RLV um durchschnittlich 20 Prozent. In Sachsen lag die Überschreitungsquote bei 16 Prozent im ersten und 13 Prozent im zweiten Quartal. In Hamburg konnten zwei Drittel der Hausärzte ihr RLV nicht einhalten.(juk)

Lesen Sie dazu auch:
Honorarzuschläge vorerst für nur 34 Ärzte
Die richtige Analog-Ziffer für IGeL-Schnelltests
Kassen und KBV fangen freie Leistungen ein

Lesen Sie dazu auch "Mit spitzer Feder":
EBM-Reform 2009: Auf Umwegen zu alten Ufern?

EBM + GOÄ:
Ausnahmeregelung für 03212 bleibt
Kodierrichtlinien nicht vor Mitte 2010
ABI-Bestimmung kann auch IGeL sein

EBM-SPLITTER:
Das will die KBV noch ändern

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »