Abrechnung / Honorar

Das will die KBV noch ändern

Veröffentlicht:

An der Honorarreform will die KBV auch im kommenden Jahr kräftig weiter nachjustieren. Auf der Vertreterversammlung Anfang Dezember skizzierte KBV-Chef Dr. Andreas Köhler einige Punkte, über die im Bewertungsausschuss nachverhandelt werden soll. Diese betreffen unter anderem folgende Bereiche:

  • Einzelleistungsvergütung statt Pauschalen: Kaum zwei Jahre, nachdem mit der Einführung der Versicherten- und Grundpauschalen viele Einzelleistungen "geschluckt" wurden, plädiert die KBV für eine Kehrtwende: Mittelfristig will sie wieder zur Einzelleistungsvergütung zurückkehren. Die Vision: Für die Leistungen gibt es arztgruppenspezifisch einen Euro-Betrag, der den Arztlohn widerspiegelt. Zu diesem sollen noch eine fallzahlgesteuerte Strukturpauschale für die fixen Kosten, eine Aufwandspauschale für nicht steuerbare variable Kosten sowie Qualitätszuschläge hinzukommen.
  • Honorartöpfe: Haus- und fachärztliche Vergütungsanteile sollen endlich und dauerhaft voneinander getrennt werden. Dies soll möglichst ab April, spätestens aber ab Juli 2010 geschehen.
  • Honorarminderung in überversorgten Gebieten: Ab 2011 sollen Ärzte in überversorgten Gebieten Honorarabschläge hinnehmen müssen. Das sieht ein Beschluss des Bewertungsausschusses vom September vor, der gegen den Willen der KBV gefasst wurde. Sie fordert nun, diese Regelung wieder abzuschaffen.
  • RLV-Zuschlag: Überprüft werden sollen im kommenden Jahr auch die Zuschlagsregelungen für Berufsausübungsgemeinschaften. Fachgruppen- und schwerpunktgleiche Praxen bekommen derzeit und weiterhin auch ab Januar 2010 einen Zuschlag aufs RLV von zehn Prozent. Fach- und schwerpunktübergreifende Berufsausübungsgemeinschaften erhalten für die ersten sechs Fachgruppen einen Zuschlag von jeweils fünf Prozent, für jede weitere Fachgruppe gibt es 2,5 Prozent. Der Gesamtzuschlag beträgt maximal 40 Prozent.
  • Patientenzuwachs: Angedacht ist für das kommende Jahr auch, Begrenzungen beim Fallzahlzuwachs einzuführen. Damit wäre eine Ausweitung der RLV nicht beliebig möglich.(juk/ble)

Lesen Sie dazu auch: Honorarzuschläge vorerst für nur 34 Ärzte Punktwert bei RLV-Überschreitung: Niedersachsen zahlt zwei Cent Die richtige Analog-Ziffer für IGeL-Schnelltests Kassen und KBV fangen freie Leistungen ein

Lesen Sie dazu auch "Mit spitzer Feder": EBM-Reform 2009: Auf Umwegen zu alten Ufern?

EBM + GOÄ: Ausnahmeregelung für 03212 bleibt Kodierrichtlinien nicht vor Mitte 2010 ABI-Bestimmung kann auch IGeL sein

 

Mehr zum Thema

Medi Baden-Württemberg

Gerichtsverhandlung zu TI-Sanktionen verschoben

Koalitionsvertrag

Sicherstellung der KVen: Der Druck der Politik wächst

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Impfzentrum der Marke Eigenbau in Peine.

© Dr. Lars Peters

COVID-19-Impfung im früheren Getränkemarkt

Hausarzt richtet Corona-Impfzentrum ein – auf eigene Kosten

IT-Sicherheit in der Praxis: Als „die Atemschutzmaske des Computers“ titulierte der Heidelberger Cyberschutz-Auditor Mark Peters die Firewall.

© Michaela Schneider

Cyberschutz für Arztpraxen

Vom Passwort als Desinfektionsmittel