Ärzte Zeitung, 10.07.2014

Wiedereingliederung in Berufsalltag

Psychologen leisten Hilfe

Eine neue Broschüre gibt Arbeitgebern und Betroffenen Tipps für die Wiedereingliederung in den Betriebsalltag.

BERLIN. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) zeigt in einer aktuellen Broschüre, wie nach einer längeren Krankheitsphase das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) zum Wohle des Betroffenen und der Betriebe gelingen kann.

"Angesichts des demografischen Wandels wird die Zahl der Krankheitstage weiter zunehmen. Psychologen können beim BEM helfen, für beide tragbare und nachhaltige Lösungen zu entwickeln und umzusetzen", erklärt BDP-Präsident Professor Michael Krämer.

"Es gilt, in diesem für den erkrankten Mitarbeiter freiwilligen Prozess, alte Rollen und Muster sowie auch Ängste zu benennen. In der Personalentwicklung von Unternehmen stellt BEM angesichts des Fachkräftemangels eine wertvolle Ressource dar", verdeutlicht Krämer.

Jedes Unternehmen wünsche sich eine geringe Fluktuation, höhere Wettbewerbsfähigkeit, ein gutes Image und wolle Fehlzeiten von Mitarbeitern gering halten. Das BEM helfe Arbeitgebern und Arbeitnehmern, indem die Arbeitsfähigkeit bald wiederhergestellt werde.

In der Broschüre werden viele Aspekte des Vorgehens angesprochen: Etwa wie eine möglichst transparente Betriebsvereinbarung zum BEM aussieht oder der runde Tisch gestaltet wird, an dem Gespräche geführt und Rahmenbedingungen sowie Belastungen festgelegt werden.

Es wird aber ebenso angesprochen, wie wichtig es ist, eine konstruktive Gesprächsatmosphäre auch mit anderen Teammitgliedern zu schaffen - und wie dieses gelingt. Psychologen könnten zudem bei der Veränderung von krank machenden Strukturen im Betrieb helfen.

Langfristig würden durch BEM nicht nur die Zufriedenheit und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter gefördert. Darüber hinaus liefert das Verfahren im Unternehmen wichtige Daten rund um Krankheit und Gesundheit. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[10.07.2014, 07:19:17]
Gerhard Leinz 
Fachpsychotherapeutische Begleitung hilfreich
Broschüren können gut sein - "menschliche" fachlich qualifizierte Begleitung ist besser. Am besten durch Fachpsychotherapeuten, d.h. Psychologische Psychotherapeuten oder ausschließlich psychotherapeutisch tätige Fachärzte (Psychosomatische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie).Hier liegt ein Manko in den meisten Konzepten des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Dieses ist, besonders in den EAP Programmen oft fest in der Hand von weniger qualifizierten Berufsgruppen. Es kann auch anders gehen. Informieren Sie sich unter www. praxis-leinz.de über die Zusammenarbeit einer psychotherapeutischen Praxis mit einem Unternehmen in Kiel. Diese wurde zuletzt im Schleswig Holsteinischen Ärzteblatt (Ausgabe 6-2014, Seite 26) und auch in der lokalen Presse (Kieler Nachrichten vom 14 Januar 2014, Seite 3) gewürdigt.

Gerhard Leinz- Kiel zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Schmerzloses Impfen per Pflaster

Forscher arbeiten an Impfpflastern, mit denen sich Vakzinen schmerzfrei applizieren lassen, ganz ohne Nadel. Die Pflaster haben viele Vorteile und könnten für höhere Impfraten sorgen. mehr »

Paul Ehrlich-Preis für Forschung zu Proteinfaltung

Für ihre Forschung zu Chaperonen erhalten Franz-Ulrich Hartl und Arthur L. Horwich den Paul Ehrlich-Preis 2019. Ihre Erkenntnisse könnten für neue Therapien bei neurodegenerativen Erkrankungen eingesetzt werden. mehr »

Ärzte sehr enttäuscht über Brexit-Votum

Das britische Parlament hat das von Premierministerin May ausgehandelte Brexit-Abkommen mit der EU abgeschmettert. Ärzte und Pharmabranche zeigen sich enttäuscht – und fordern endlich Klarheit. mehr »