Ärzte Zeitung, 08.06.2011

Gothaer sieht in der Betriebsmedizin ein lukratives Betätigungsfeld

Die Gothaer Krankenver-sicherung hat zwei neue Geschäftsfelder für sich entdeckt: die betriebliche Gesundheitsvorsorge und die Gruppen-Krankenversicherung für Firmen.

Von Ilse Schlingensiepen

Gothaer sieht in der Betriebsmedizin ein lukratives Betätigungsfeld

Gesundheitsberatung direkt am Arbeitsplatz lautet das Konzept.

© VDBW

KÖLN. Die Gothaer Krankenversicherung sieht gute Chancen im Geschäftsfeld der betrieblichen Gesundheitsvorsorge. Das Interesse der Mitarbeiter an Angeboten des betrieblichen Gesundheitsmanagements und an Krankenversicherungen, die über den Arbeitgeber angeboten werden, sei groß, sagt Michael Kurtenbach, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Krankenversicherung.

"Es gibt einen kausalen Zusammenhang zwischen Gesundheitsangeboten der Arbeitgeber und der Zufriedenheit der Mitarbeiter", sagt Kurtenbach. Der Krankenversicherer bietet über das Tochterunternehmen MediExpert sowohl dem eigenen Personal Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements an als auch anderen Firmen.

Gleichzeitig ist der Kölner Versicherer als eines von wenigen PKV-Unternehmen in der betrieblichen Krankenversicherung aktiv. "Wir möchten das Thema Gesundheit im Betrieb aus einer Hand anbieten."

Immer mehr Unternehmen sähen das Angebot von Krankenversicherungspolicen zu besonderen Konditionen als ein Mittel der Mitarbeiterbindung und -gewinnung. Die kollektive Krankenversicherung biete gegenüber der einzelvertraglichen einige Vorteile, sagt er. So gebe es Beitragsnachlässe von durchschnittlich mindestens fünf Prozent.

 "Manche Nachteile der PKV können über die kollektive Versicherung überwunden werden." Im Kollektivgeschäft gibt es keine Wartezeiten, jeder Mitarbeiter kann mit vereinfachter Gesundheitsprüfung versichert werden. Schließen mindestens 100 Mitarbeiter oder 90 Prozent der Belegschaft eine solche Police über den Arbeitgeber ab, verzichtet der Versicherer komplett auf die Gesundheitsprüfung. Außerdem bietet die Gothaer bei diesen Policen eine Mitversicherung der Familienangehörigen an.

Das Kollektivgeschäft mit Firmenkunden macht beim Neugeschäft der Gothaer Kranken inzwischen einen größeren Anteil aus als die Zusatzversicherungen, die über die Kooperation mit gesetzlichen Krankenkassen kommen.

"Diesen Zweig werden wir weiter entwickeln", kündigt Kurtenbach an. Optimierungsbedarf sieht er noch bei der besseren Verzahnung von Krankenversicherung und Gesundheitsmanagement.

Die betriebliche Gesundheitsvorsorge gewinnt neben der betrieblichen Altersvorsorge an Bedeutung, sagt Kurtenbach. Um die kollektive Krankenversicherung noch weiter voran zu bringen, hat er einen Vorschlag an die Adresse der Politik: "Wir wünschen uns Förderanreize analog zur Riester-Rente."

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die Notfall-Probleme „an der Wurzel packen“

Gesundheitsminister Spahn stellt Details seiner Umbaupläne für die Notfallversorgung vor. Die zahlreichen Reaktionen zeigen, wie viele Interessen es bei dem Thema gibt. mehr »

„Wir müssen die Hamsterräder anhalten“

Es gibt in Deutschland ausreichend Ärzte, findet Professor Ferdinand Gerlach, Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der Uni in Frankfurt. Welche Kernprobleme er sieht und wie die Versorgung verbessert werden kann, verrät er im Interview. mehr »

Thermometer aus der Blase gezogen

Mitunter verschwinden Gegenstände versehentlich in der Blase, manche stecken sich bewusst Besenstiele oder Fische ins Organ. Urologen konnten nun ein Thermometer über die Harnröhre eines Mannes entfernen – ganz ohne Op. mehr »