Ärzte Zeitung online, 12.01.2018

Arzt-Bewertung

Gericht stärkt Patientenposition

MÜNCHEN. Das Landgericht München I stärkt die Meinungsfreiheit von Patienten: Es gibt dem Arztempfehlungsportal jameda recht. Demnach muss ein Zahnarzt eine negative Online-Wertung mit Blick auf freie Meinungsäußerung auf dem Portal hinnehmen, wie jameda am Donnerstag meldete.

Ein Nutzer schrieb, der Arzt sei "mehr an meinem Geld als an meinem Wohl interessiert." Der Portalbetreiber habe die Wertung nach Vorgaben des Bundesgerichtshofs geprüft. Das Landgericht München I bestätigte dies und wies die Klage des Zahnarztes ab. Das Urteil ist rechtskräftig. (mh)

Landgericht München I

Az.: 25 O 19806/16

[12.01.2018, 12:40:25]
Dr. Patricia Singer 
Sachliche Beurteilung oder unprofessionelles Dampf ablassen?
Ich hoffe für den Zahnarzt und uns alle, dass er in die nächste Distanz geht. Es spricht nichts dagegen einen Arzt sachlich zu bewerten. z.B. Wartezeit war so und so lang, hat sich x Minuten Zeit genommen. Aber oben zitierte Aussage "der Arzt ist nur an meinem Geld interessiert" ist wohl kaum beurteilbar. Das Problem mit dem Notensystem bei Jameda ist auch, dass jeder nur schaut, wer eine 1 hat, aber Jameda schon bei der Bewertung den Patienten auffordert nicht nur 1er zu vergeben. Und sogar wenn intelligentere Patienten beim Lesen von unprofessionellen Kommentaren wissen, diesen nicht ernst zu nehmen, kann man nicht so einfach im Kopf umrechnen, wie dann die Note wirklich wäre.
Außerdem gibt es wohl auch Agenturen, die Hilfe gegen schlechte Bewertungen anbieten und die schlechten zur Akquise vielleicht zuerst selbst schreiben: obwohl ich bisher gute Bewertungen habe, hatte ich eine richtig schlechte, mit Angabe von Alter und Indikationsgebiet, die ich in der Praxis noch nie hatte. Einige Zeit darauf kam ein Angebot einer Agentur gegen so etwas zu helfen. Ich kann natürlich nicht sicher sein, dass das wirklich zusammenhängt oder ob ein echter Patient seine Daten verfälscht hat oder sich einfach jemand einen "Spaß" erlaubt hat. Fazit- sachliche Kommentare, die nachweislich von einem echten Patienten kommen sind eine gute Sache, aber emotional instabile Patienten, die einfach in der Anonymität Dampf ablassen wollen, sollten nicht veröffentlicht werden, wenn sie das nicht sachlich umformulieren. zum Beitrag »

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