Direkt zum Inhaltsbereich

AT1-Blocker nützt nierenkranken Diabetikern

HAMBURG (grue). Für die Behandlung von Typ-2-Diabetikern mit Nephropathie werden Hemmstoffe des Renin-Angiotensin-Systems empfohlen. Denn damit sinkt unter anderem das Dialyse-Risiko, wie für den AT1-Blocker Losartan belegt worden ist.

Veröffentlicht:

Die Ursache einer terminalen Niereninsuffizienz ist zu 40 Prozent eine diabetische Nephropathie. Die Progression läßt sich durch gute Blutdruckeinstellung wesentlich hinauszögern, hat Professor Matthias Blumenstein aus München bei einer Veranstaltung des Unternehmens MSD in Hamburg erinnert.

Blumenstein bezog sich bei seinen Aussagen auf die Ergebnisse der RENAAL*-Studie, an der über 1500 Typ-2-Diabetiker mit Nephropathie teilgenommen haben. Sie wurden für durchschnittlich 3,4 Jahre entweder mit dem AT1-Blocker Losartan (Lorzaar®) oder mit Placebo behandelt worden.

Der primäre kombinierte Endpunkt war die Verdoppelung der Ausgangs-Kreatininwerte, terminales Nierenversagen und Gesamtsterberate. Dieser Endpunkt wurde mit Losartan um 16 Prozent seltener als mit Placebo erreicht (absolut 43,5 Prozent versus 47,1 Prozent), zitierte Blumenstein aus den Studienergebnissen.

Das Risiko, eine terminale Niereninsuffizienz zu entwickeln, ein sekundärer Endpunkt der Studie, sei mit Losartan signifikant um 28 Prozent (absolut 25 Prozent versus 33 Prozent) verringert gewesen. In ähnlichem Ausmaß (22 Prozent versus 30 Prozent) habe das Medikament die Patienten vor einer Verdoppelung der Serum-Kreatininwerte geschützt, so Blumenstein.

"Das bestätigt die Bedeutung der antihypertensiven Therapie bei nierenkranken Diabetikern", sagte Blumenstein. Bei diesen Patienten sollte der Blutdruck nicht über 130/85 mmHg liegen, weil sonst das Risiko sowohl für renale als auch für kardiovaskuläre Symptome steige.

"Selbst ein harmlos erscheinender Kreatininwert von 1,5 mg/dl kann, wenn andere Risikofaktoren hinzukommen, das Sterberisiko deutlich erhöhen", so Blumenstein.

Die Therapie beschrieb er anhand eines Beispiels: Eine adipöse Frau mit einem Kreatininspiegel von 1,5mg/dl habe eine geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (GFR) von weniger als 60 ml/min/1,73 m2. Damit habe sie eine behandlungsbedürftige Nierenfunktionsstörung. Für die antihypertensive Therapie kämen AT1-Blocker und ACE-Hemmer in Frage. Denn nur diese Substanzen hätten zudem eine renoprotektive Wirkung.

*Reduction of Endpoints in Non-Insulin Dependent Diabetes Mellitus with the Angiotensin II Antagonist Losartan

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Deutliche Geschlechterunterschiede

Typ-2-Diabetes verschlechtert Prognose von Männern mit frühem Melanom

Medikamentenstudie

Risiko für Ketoazidose steht oft nicht im Beipackzettel

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Übertragung via Mücken, Zecken oder Sandfliegen

S1-Leitlinie: Arbovirosen erkennen und diagnostizieren

Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Urologie

Neue Klassifikation von Harnwegsinfektionen räumt mit Missverständnissen auf

Lesetipps
Füße mit Lymphödem

© [M]_Dr. P. Marazzi / Science Photo Library

Ödem ist nicht gleich Ödem

Lymphödem versus Lipödem: Tipps für Diagnostik und Therapie