Krankenkassen-Auswertung

Ärztliche Behandlungen wegen Cannabis haben sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht

Im Jahr 2012 registrierte die Kaufmännische Krankenkasse noch 1300 Behandlungsfälle nach Problemen aufgrund von Cannabinoiden - zehn Jahre später waren es 4000. Verdoppelt haben sich die Fälle bei Jugendlichen.

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Berlin. Die Zahl der Menschen, die in Folge von Cannabis-Konsum wegen gesundheitlicher Probleme zum Arzt mussten, hat sich nach Angaben der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht. Die Zahl der bei der Kasse versicherten Betroffenen, die wegen eines akuten Rausches, einer Abhängigkeit, Entzugserscheinungen oder psychischer Probleme aufgrund von Cannabinoiden ambulant behandelt wurden, lag demnach im Jahr 2012 bei knapp 1300 Fällen, 2022 waren es etwa 4000 Fälle. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung, sei das ein Anstieg von 65. 400 im Jahr 2012 auf 209.000 Fälle im Jahr 2022, teilte die KKH am Mittwoch mit.

In der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen gab es demnach etwa eine Verdoppelung der Fälle von hochgerechnet 5600 auf rund 11 300. Da nur gesicherte ambulante Arztdiagnosen in die Analyse eingeflossen seien, dürfte die Dunkelziffer höher liegen, hieß es weiter. Die Krankenkasse hat für ihre Analyse die Daten ihrer 1,6 Millionen Versicherten mit Blick auf den Diagnose-Code F12 „Psychische und Verhaltensstörungen durch Cannabinoide“ ausgewertet.

Der Besitz, Konsum und Anbau von Cannabis ist für Erwachsene seit dem 1. April unter bestimmten Auflagen legal. (dpa)

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