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Akute Infekte erhöhen Thromboembolie-Risiko

LONDON (ner). Patienten mit akuten Infektionen haben mehrere Wochen lang ein erhöhtes Thromboembolie-Risiko. Das geht aus Analysen einer großen britischen Datenbank hervor, in der Krankheitsverläufe von Hausärzten dokumentiert werden.

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Innerhalb von zwei Wochen nach einer akuten Harnwegsinfektion oder einer akuten systemischen Atemwegsinfektion wie Pneumonie, akuter Bronchitis oder bei Influenza ist das Risiko für eine tiefe Beinvenenthrombose und für eine Lungenembolie um mehr als das zweifache erhöht. Das berichtet Dr. Liam Smeeth von der London School of Hygiene and Tropical Medicine in Großbritannien mit Kollegen (The Lancet 367, 2006, 1075).

Die Epidemiologen und Pneumologen hatten Krankenakten von mehr als 7000 Patienten mit erstmals aufgetretener tiefer Venenthrombose (TVT) und von fast 4000 Patienten mit erstmals aufgetretener Lungenembolie (LE) ausgewertet. Dabei registrierten die Wissenschaftler die Ereignisraten in Wochenabschnitten für ein Jahr und setzten sie in Beziehung zu vorherigen Infektionen.

46 Prozent der Patienten mit einer TVT hatten zuvor mindestens eine Atemwegsinfektion und 31 Prozent der TVT-Patienten hatten zuvor mindestens einen Harnwegsinfekt. Von den Patienten mit Lungenembolie hatten knapp drei Prozent zuvor mindestens eine Harnwegsinfektion.

Innerhalb der ersten zwei Wochen nach den Infektionen waren die Thromboembolie-Raten zweimal so hoch wie im Durchschnitt. Diese Raten sanken innerhalb von einem Jahr allmählich wieder auf das Niveau der Bevölkerung. Dieses Niveau wird mit 0,5 Venenthrombosen pro 1000 Patientenjahren angegeben.

Als Hauptursache für das erhöhte Thromboembolierisiko nehmen die Wissenschaftler an, daß die Entzündungsreaktion des Körpers unter anderem zu einem vorübergehenden Gefäßendothelschaden führen könnte. Das Thromboembolierisiko sei deshalb wohl auch nicht spezifisch für Harn- und Atemwegsinfekte. Infektionen sollten als Risikofaktor für Thrombosen angesehen werden.

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