Hypercholesterinämie

Alirocumab schützt Gefäße und Herz

Der PCSK9-Hemmer Alirocumab senkt den LDL-C-Wert deutlich. Auch das kardiovaskuläre Risiko geht zurück.

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MANNHEIM. Der gegen PCSK9 gerichtete vollhumane Antikörper Alirocumab reduziert bei Hochrisikopatienten nicht nur stark und nachhaltig den LDL-C-Wert, sondern wohl auch das Risiko, ein kardiovaskuläres Ereignis zu erleiden.

Dafür sprechen Daten aus einer Post-hoc-Analyse der Studie ODYSSEY LONG TERM, die bei Patienten mit atherosklerotischen Gefäßerkrankungen (ASCVD) den LDL-C-senkenden Effekt von Alirocumab (Praluent®) zusätzlich zu einer maximal tolerierten Statintherapie mit oder ohne weitere lipidsenkende Therapien untersucht.

LDL-C-Wert signifikant reduziert

In Woche 24 der Behandlung hatte Alirocumab im Vergleich zu Placebo den LDL-C-Wert um 61,8 Prozent (p < 0,0001) reduziert (N Engl J Med 2015; 372 (16): suppl app). "Die PCSK9-Inhibition ist ein potentes Konzept zur Senkung des LDL-Cholesterins", betonte Professor Nikolaus Marx, Uniklinik RWTH Aachen, bei einer von Sanofi unterstützten Veranstaltung.

Das Gesamtrisiko für das Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse war mit jeder Senkung des LDL-C-Spiegels um 38,6 mg / dl um jeweils 26,5 Prozent geringer (p = 0,0109) (ACC 2017, Poster 1203-305). Unter der Therapie mit Alirocumab 150 mg einmal alle zwei Wochen, betrug das Risiko der Patienten mit ASCVD für ein schweres kardiovaskuläres Ereignis 2,3 Prozent, unter Placebo dagegen 5,1 Prozent, bei ähnlicher Sicherheit.

Zu ähnlichen Ergebnissen kam eine gepoolte Analyse von zehn Phase-3-Studien des ODYSSEY-Studienprogramms: Die Reduktion des LDL-C-Spiegels um 39 mg / dl (1,01 mmol / l) ging mit einem um 25 Prozent reduzierten Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse einher (ACC 2017, Poster 1126-316). Dieser Trend zeigte sich bei auch in den Subgruppen der Hochrisikopatienten mit ASCVD und initialen LDL-C-Werten von > 70 mg / dl (1,8 mmol / l). "Eine LDL-C-Senkung unter den gegenwärtigen Zielwert < 70 mg / dl ist sicher und führt zu einer weiteren Ereignisreduktion", erläuterte Marx.

Studie mit 18.000 Patienten

Die endgültige Antwort auf die Frage der kardiovaskulären Mortalitätsreduktion mit Alirocumab wird die Studie ODYSSEY OUTCOMES geben (Am Heart J 2014; 168(5): 682–689). Die große, prospektive Endpunktstudie untersucht die Wirkung von Alirocumab auf die kardiovaskuläre Ereignisrate bei mehr als 18.000 Patienten, die im Jahr vor Studienbeginn ein ACS erlitten haben.

Nachdem vor Kurzem der PCSK9-Hemmer Evolocumab seine mortalitätsreduzierende Wirkung in der FOURIER-Studie unter Beweis gestellt hat, wird allgemein auch ein positives Studienergebnis für Alirocumab erwartet. (kw)

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