Studie KiGGS

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs.

Von Wolfgang Geissel Veröffentlicht: 19.09.2018, 11:54 Uhr
Prick-Test: Allergische Erkrankungen wie Neurodermitis gehören weiterhin zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Heranwachsenden

Prick-Test: Allergische Erkrankungen wie Neurodermitis gehören weiterhin zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Heranwachsenden

© ASTIER / BSIP / mauritius images

BERLIN. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat jetzt neue Daten zu Allergien, psychischen Störungen und Unfällen aus der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS) veröffentlicht.

Diese KiGGS-Daten waren in einer zweiten Welle von 2014 bis 2017 durch aufwändige Untersuchungen und Befragungen erhoben worden.

Ein Vergleich mit der KiGGS-Basiserhebung von 2003 bis 2006 ermöglicht dabei erstmals fundierte Trendanalysen zu diesen Gesundheitsstörungen (Journal of Health Monitoring 2018 (3): online 19. September).

Allergische Erkrankungen wie allergische Rhinitis, Asthma bronchiale und Neurodermitis gehören weiterhin zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Heranwachsenden, betont das RKI in einer Mitteilung zu den neuen Daten (siehe nachfolgende Grafik).

Aktuell leidet mehr als jedes sechste Kind (16,1 Prozent) an mindestens einer der drei Erkrankungen. Diese Häufigkeit hat sich im Vergleich zur KiGGS-Basiserhebung nicht wesentlich verändert und betrifft absolut gesehen mehr als 2,1 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland.

Mehr als ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland hat zudem eine allergische Sensibilisierung, also ein erhöhtes Risiko für eine Allergie.

Die Zahl der Heranwachsenden mit einer allergischen Sensibilisierung hat sich ebenfalls, wie bei den Allergien auch, seit der Basiserhebung nicht verändert.

Für Betroffene sind eine frühzeitige Diagnose und eine angemessene Versorgung wichtig, betont das RKI. Außer der häufig schweren Beeinträchtigung der Kinder und Jugendlichen durch Allergien sei eine gute Versorgung auch unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten relevant.

Rückgang bei psychischen Auffälligkeiten

Erfreulicher ist die Entwicklung der letzten Jahre bei den Kindern mit psychischen Auffälligkeiten. Hier waren in der KiGGS-Basiserhebung 20,0 Prozent der Kinder und Jugendlichen betroffen.

In der aktuellen KiGGS Welle 2 ist dieser Anteil auf 16,9 Prozent zurürckgegangen. Der Trend könnte im Zusammenhang mit entsprechenden gesundheitspolitischen Maßnahmen in der Gesundheitsförderung und -versorgung stehen, berichtet das RKI.

Im Vergleich der Geschlechter zeigt sich eine höhere Prävalenz für psychische Auffälligkeiten bei Jungen (19,1 Prozent) im Vergleich zu Mädchen (14,5 Prozent), wie nachfolgende Grafik zeigt.

Zu den häufigsten psychischen Störungen gehört die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ADHS. In der Studie wurden die Eltern der 3 bis 17 Jahre alten Teilnehmenden gefragt, ob eine ADHS-Diagnose eines Arztes oder Psychologen vorliegt. Insgesamt gab es bei 4,4 Prozent der Heranwachsenden eine ADHS-Diagnose, ein Prozentpunkt weniger als in der Basiserhebung.

Bei niedrigem sozioökonomischen Status sind psychische Auffälligkeiten häufiger. Um allen Kindern und Jugendlichen ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen, sollten Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prävention früh im Lebenslauf ansetzen und zielgruppenbasiert zugeschnitten sein, so das RKI.

KiGGS-Daten zu Unfällen unverändert

Unfälle zählen ebenfalls zu den häufigen Gesundheitsrisiken im Kindes- und Jugendalter. Jeder fünfte Junge wurde innerhalb eines Jahres wegen einer Unfallverletzung ärztlich behandelt (19,4 Prozent), Mädchen waren etwas seltener betroffen (15,2 Prozent). Seit Anfang der 2000er-Jahre hat sich hier wenig verändert.

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