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Antidepressivum auch bei Angststörung indiziert

FRANKFURT AM MAIN (djb). Seit kurzem ist der selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Escitalopram auch für die Indikation Generalisierte Angststörung (GAS) zugelassen. Das S-Enantiomer des Citaloprams wurde bislang erfolgreich bei Depressionen, Panikstörung und sozialer Phobie eingesetzt.

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Escitalopram (Cipralex®) sei in der Dosierung 10 bis 20mg/Tag bei der Behandlung von Angst-Patienten sowie bei der Rückfallprophylaxe gut wirksam und dabei besser verträglich als Paroxetin (20mg/Tag), faßte Professor Borwin Bandelow von der Universität Göttingen die Ergebnisse der Zulassungsstudien zusammen.

In drei randomisierten placebokontrollierten Studien mit insgesamt 856 GAS-Patienten ging mit Escitalopram schon in der ersten Therapiewoche die Angstsymptomatik gemessen an der Hamilton-Angstskala signifikant zurück. Auch auf den Subskalen für psychische und somatische Angst gab es signifikant Verbesserungen.

    Besonders die körperlichen Symptome belasten stark.
   

Im Vergleich zu Paroxetin werde Escitalopram besser vertragen. Die Ansprechraten nach 24 Wochen seien bei Escitalopram signifikant höher gewesen als bei Paroxetin. Ebenso habe sich der SSRI in der Rezidivprophylaxe bewährt: Mit Placebo war das Rezidivrisiko vierfach höher.

Patienten mit generalisierter Angststörung leiden vor allem unter körperlichen Ausdrucksformen der Angst wie Zittern, Herzrasen, Schwindel, Übelkeit und Muskelverspannungen sowie unter Konzentrationsstörungen, Nervosität und Schlafstörungen. Die Symptome belasten die Patienten stark, betonte Bandelow bei der Veranstaltung des Unternehmens Lundbeck. Komorbiditäten wie Depression und Panik mit Agoraphobie, sind mit 60 Prozent sehr häufig.

Behandlungsbedürftig seien Angst-Patienten, die seit einem halben Jahr die Hälfte des Tages über ihre Ängste nachdenken, wenn der Gebrauch von Benzodiazepinen zunimmt, wenn die Angst die Berufswahl oder andere Lebensentscheidungen beeinflußt, sich negativ auf die Partnerschaft auswirkt oder zu suizidalen Gedanken und sekundärer Depression führt.

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