Direkt zum Inhaltsbereich

Arznei-Allergien können Hautausschlag auslösen

Ein Junge, der bereits wegen Neurodermitis und Asthma in Behandlung war, erkrankte an einem Hautausschlag. Als dessen Ursache identifizierte ein Allgemeinmediziner ein Antibiotikum.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:
Das generalisierte Exanthem bei einem 14-Jährigen war die Folge einer Antibiotikatherapie.

Das generalisierte Exanthem bei einem 14-Jährigen war die Folge einer Antibiotikatherapie.

© Dr. Jens Rüthemann

NEU-ISENBURG. Bei allergischer Diathese können Arzneimittelexantheme besonders ausgeprägt sein. Die symptomatische Therapie und beruhigende Worte helfen, berichtet ein Kollege.

Ob denn ihr Junge mit so einem Ausschlag mit einer Jugendgruppe in den Urlaub fahren könne, hatte eine besorgte Mutter Dr. Jens Rüthemann, Allgemeinmediziner aus Uelsen, gefragt. Bei dem 14-Jährigen war akut ein generalisiertes Exanthem mit Juckreiz aufgetreten. Der Junge war bereits wegen einer Neurodermitis und wegen Asthma bronchiale in Behandlung.

Keine Kinderkrankheit sondern Antibiotikum

Die Anamnese ergab, dass der Junge wegen einer Erkältung zehn Tage zuvor ein Antibiotikum - dreimal 500 mg Amoxicillin täglich - eingenommen hatte. "Somit konnte ich die besorgte Mutter beruhigen, dass es sich nicht um eine Kinderkrankheit im Sinne von Mumps, Masern oder Röteln handelt", schreibt Rüthemann in der Münchner Medizinischen Wochenschrift.

Der Patient erhielt Antihistaminika und Kortison sowie eine Lotion gegen den Juckreiz (MMW-Fortschr. Med. 2011; 7: 5).

Makulo-papulöse Arzneimittelexantheme gehören wahrscheinlich zum Typ B der kutanen Arzneimittelinduzierten Reaktionen. Diese sind zum Teil unabhängig von der Dosis und wegen der pharmakologischen Eigenschaften des jeweiligen Medikamentes nicht vorhersagbar*. Meist liegt eine spezifische Reaktion des Immunsystems gegen das Medikament oder gegen dessen Metaboliten vor.

Hauterscheinungen meist zwischen dem siebten und zwölften Tag nach Behandlungsbeginn

Die Hauterscheinungen treten meist zwischen dem siebten und zwölften Tag nach Behandlungsbeginn auf, unter Umständen aber auch erst nach Wochen oder nach Absetzen des Medikamentes. Das Exanthem ist stamm- und extremitätenbetont und unterschiedlich dicht ausgeprägt. Der Juckreiz kann manchmal fehlen.

Zur Behandlung wird das auslösende Medikament abgesetzt. Außer der systemischen und topischen Glukokortikoidtherapie empfehlen Dermatologen anschließend eine forcierte Körperpflege, bis die Hauterscheinungen abgeklungen sind.

*Altmeyer, P.: Dermatologische Differenzialdiagnose. Springer Medizin Verlag 2007

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Aktualisierte S2k-Leitlinie

Neue Empfehlungen zur Akne-Behandlung bei Kindern

Vernarbende Alopezie

Führen GLP-1-Rezeptoragonisten zu Haarausfall?

Das könnte Sie auch interessieren
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried

Vitamin-B12-Mangel

Frühzeitig erkennen, gezielt therapieren

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Wörwag Pharma GmbH & Co. KG, Böblingen
ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

© CLIPAREA.com / stock.adobe.com

Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

ATTR-CM-Therapien im Wandel: Die Rolle von Acoramidis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Therapie mit Glukokortikoiden

Was beim Absetzen von Steroiden zu beachten ist

Lesetipps
Ein Mann muss aufstoßen und hält sich die Hand vor den Mund.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Vier Ursachen im Überblick

Häufiges Aufstoßen: Woher es kommen kann und wie therapiert wird

Eine ältere Frau schaut traurig aus dem Fenster

© terovesalainen / stock.adobe.com

Empfehlungen für die Therapie

So holen Sie Ihre Patienten aus der Post-Stroke-Depression

Ein Mann hält sich den Kopf und verzieht das Gesicht.

© TheSupe87 / stock.adobe.com

Internationale Analyse

Nehmen Schmerzen mit dem Alter wirklich immer weiter zu?