Arznei plus Sauerstoff bei schwerem Asthmaanfall

DAVOS (sto/ikr). An Asthma sterben in Deutschland viel weniger Menschen als oft zu lesen ist, sagt Professor Gerhard Schultze-Werninghaus aus Bochum. Die Asthma-Sterberate sei in den vergangenen Jahren dank besserer Therapiemöglichkeiten stark rückläufig. So sterben von den 5- bis 34jährigen Asthmatikern derzeit jährlich etwa 350 Patienten. Der Pneumologe gab beim 21. Fortbildungskongreß "Fortschritte der Allergologie, Immunologie und Dermatologie" in Davos Tips zur Ersttherapie bei einem schweren Asthma-Anfall.

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Ursache für einen schweren oder gar lebensbedrohlichen Asthma-Anfall können Infektionen mit pneumotropen Viren oder Mycoplasma pneumoniae sein. Bakterielle Infekte sind seltener. Auslöser könnten aber auch Allergene, unspezifische Reize, Arzneien oder eine nicht adäquate Langzeittherapie sein.

Besonders gefährdet seien Patienten, die schon einmal einen schweren Zwischenfall hatten, der zur Intubation oder zur Beatmung geführt hat, sagte der Pneumologe.

Zur Risikogruppe gehörten auch Patienten, die wegen Asthma wiederholt stationär behandelt wurden, Patienten, die die Therapie nachhaltig verändert haben, indem sie etwa orale Steroide abgesetzt haben, sowie Patienten, die keine adäquate Basistherapie haben oder durch übermäßigen Gebrauch von Beta-2-Agonisten auffallen.

Bei Erwachsenen läßt sich ein schwerer Asthma-Anfall nach der neuen "Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Asthma" der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie anhand von vier einfachen Kriterien feststellen: Der Peak-flow, also der höchste Luftstrom, der während des stärksten Ausatemstoßes registriert wird, beträgt weniger als 50 Prozent des Soll- oder Bestwertes, es liegt eine Dyspnoe beim Sprechen vor, die Atemfrequenz beträgt 25/min oder mehr und die Herzfrequenz 110/min oder mehr.

Für die Ersttherapie bei Patienten mit schwerem Asthmaanfall werden inhalative Beta-2-Agonisten mit bis zu zehn Hüben in der Stunde, systemische Glukokortikoide mit initial 100 mg bis zu viermal am Tag sowie die Gabe von Sauerstoff empfohlen. Sauerstoff erleichtere vor allem das Atmen und sollte auch dann gegeben werden, wenn der Patient nicht hypoxämisch sei, sagte Schultze-Werninghaus.

Zur Beurteilung des Therapieerfolgs reichten in der Praxis die Messung der Lungenfunktion über ein Peak-flow-Meter sowie die Messung von Herzfrequenz und Atemfrequenz. Peak-flow-Werte kleiner 150 Liter/Minute seien lebensbedrohlich. Wenn unter der Behandlung nur eine vorübergehende oder überhaupt keine Besserung eintritt, sollte der Patient umgehend ins Krankenhaus eingewiesen werden, so Schultze-Werninghaus.

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