Kommentar

Asthmatherapie im Umbruch

Bei leichtem Asthma reicht eine kombinierte Bedarfstherapie aus inhalativem Kortikosteroid plus Formoterol.

Von Beate Schumacher Veröffentlicht: 25.09.2019, 07:05 Uhr

In der Nationalen Versorgungsleitlinie (NVL) Asthma von 2018 ist das Therapieregime nicht vorgesehen: ein inhalatives Kortikosteroid (ICS) zusammen mit dem lang wirksamen Betamimetikum Formoterol, ausschließlich nach Bedarf. Laut NVL sollen Patienten, die öfter als zweimal wöchentlich ein kurz wirksames Betamimetikum (SABA) brauchen, dauerhaft ein ICS anwenden; eine Bedarfstherapie mit ICS-Formoterol ist nur Zusatzoption.

Für eine rein symptomgesteuerte ICS-Formoterol-Therapie auf Stufe 2 gibt es dennoch gute Gründe: So zeigen inzwischen vier Studien, dass Exazerbationen mindestens ebenso gut vorgebeugt wird wie mit einer ICS-Dauertherapie, trotz geringeren ICS-Verbrauchs. Ein weiterer Grund liegt in der menschlichen Natur. Bei leichter und intermittierender Symptomatik wird das tägliche ICS gerne vergessen und bei Beschwerden eher das „wirksamere“ SABA inhaliert. Eine regelmäßige SABA-Monotherapie fördert aber Atemwegsentzündungen und sogar Exazerbationen.

Die Autoren der GINA-Leitlinie haben die Konsequenzen daraus gezogen. Seit April 2019 empfehlen sie auch die alleinige Bedarfstherapie mit ICS-Formoterol – auf Stufe 1 statt SABA, auf Stufe 2 als Alternative zur ICS-Dauertherapie. Für manche Patienten könnte es die bessere Alternative sein. Seite 8

Lesen Sie dazu auch: Studie bestätigt geänderte GINA-Empfehlung: Bei leichtem Asthma reicht eine kombinierte Bedarfstherapie

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