Asthmatherapie nach Phänotyp rückt näher

Bei Asthma-Kranken ist die Ansprechrate auf inhalative Kortikosteroide aktuellen Studiendaten zufolge genabhängig. Das könnte ein weiterer Schritt in Richtung einer phänotypenspezifischen Therapie bei Asthma sein.

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Asthma-Patienten sprechen unterschiedlich auf inhalative Kortikosteroide an.

Asthma-Patienten sprechen unterschiedlich auf inhalative Kortikosteroide an.

© M. Dykstra / fotolia.com

NEU-ISENBURG (eb). Durch die Identifizierung einer genetischen Variante, bei deren Vorliegen Asthma-Patienten schlechter auf die Behandlung mit inhalativen Kortikosteroiden ansprechen, scheint ein weiterer Schritt in Richtung einer phänotypenspezifischen Therapie möglich.

Die genetische Basis eines Asthma bronchiale ist bereits in vielen Studien untersucht worden. In einer aktuellen Studie widmeten sich die Autoren dem Phänomen, dass Asthma-Patienten unterschiedlich auf inhalative Kortikosteroide ansprechen und suchen nach dafür verantwortlichen Genmerkmalen, sogenannten SNPs (single-nucleotide polymorphisms).

935 Kinder wurden untersucht

Bei insgesamt 935 Kindern im Alter von fünf bis zwölf Jahren wurde die pharmakogenetische Assoziation des SNP rs37972 untersucht. Es handelt sich um ein Allel, das für das Glukokortikoid-Transcript-1-Gen (GLCCI1) kodiert.

Die Kinder wurden in folgende inhalative Behandlungsgruppen randomisiert: Budesonid/Triamcinolon/ Flunisolid/Fluticason (ICS), Nedocromil, Placebo. Die Verbesserung der Einsekundenkapazität (FEV1) wurde mit den genetischen Ergebnissen korreliert.

Es zeigte sich, dass die GLCCI1-Variante mit einer 2,36-fach höheren Wahrscheinlichkeit eines Nichtansprechens auf inhalative Kortikoide korrelierte (NEJM 2011, online am 26. September).

 Ein weiterer Schritt in Richtung phänotypenspezfischen Therapie möglich

"Es wäre von großem Vorteil, wenn man durch eine Vorabuntersuchung diejenigen Patienten selektieren könnte, die auf bestimmte Medikamente wie zum Beispiel Kortikosteroide nicht oder nur schlecht ansprechen, kommentiert Professor Adrian Gillissen, Direktor der Klinik für Lungen- und Bronchialmedizin am Klinikum Kassel, die neuen Studiendaten.

Durch die Identifizierung einer genetischen Variante scheint für den Pneumologen nun ein weiterer Schritt in Richtung einer phänotypenspezfischen Therapie möglich. Die Studie imponiert nach Angaben von Gillissen durch ihre große Probandenzahl, die über fünf Jahre verfolgt und bei der eine Genom-weite SNP-Suche durchgeführt wurde.

Darüber hinaus seien auch noch Genproben von beiden Elternteilen gewonnen (DNA-Trios) worden. Allerdings seien die Unterschiede zwischen den FEV1-Werten mit 3,2 ± 1,6 Prozent (mit) versus 9,4 ± 1,1 Prozent (ohne Variante) nicht überwältigend gewesen, so der Experte.

Die Allelfrequenz der Variante kommt in der Allgemeinbevölkerung zu 0,4 bis 16 Prozent (Homozygotie für den Genotyp) vor und ist damit relativ selten. Der nächste Schritt müsste nach Auffassung von Gillissen jetzt eine Studie sein, die in der Praxis die Relevanz dieses Ergebnisses für die Therapieentscheidung belegt.

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