Ausbrüche mit Noroviren in Heimen und Kliniken

BERLIN/KÖLN (eis). Eine besonders heftige Welle von Brechdurchfällen durch Noroviren hat Deutschland zur Zeit erfaßt. Die Erkrankungen treten vor allem in Altenheimen und Kliniken gehäuft auf. Durch strenge Hygiene und Isolierung von Patienten lassen sich weitere Ansteckungen vermeiden.

Veröffentlicht:

Bereits seit November häufen sich bundesweit Ausbrüche mit Noroviren, die Erkrankungszahlen sind zur Zeit ähnlich hoch wie bei der heftigen Winterepidemie vor zwei Jahren. Das hat Dr. Judith Koch vom Robert-Koch-Institut (RKI) auf Anfrage zur "Ärzte Zeitung" gesagt.

In der Norovirus-Saison von November bis März kommt es aber regelmäßig alle paar Jahre zu solchen Erkrankungszahlen, sagte Koch. Norovirus-Infektionen sind nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig, 74 445 Erkrankungen waren 2006 an das RKI gemeldet worden.

"Patienten mit Norovirus-Infektionen, deren Kreislauf nicht geschwächt ist, haben Gott sei Dank eine gute Prognose", sagte Dr. Klaus-Peter Brenner vom Kölner Gesundheitsamt zur "Ärzte Zeitung". Nach zwei bis drei Tagen heile der Brechdurchfall meist aus. Stuhl und Erbrochenes von Erkrankten sind aber hoch-infektiös, und das Virus ist in der Umwelt sehr stabil.

Um weitere Infektionen zu verhindern, rät Brenner, erkrankte Altenheimbewohner möglichst nicht in eine Klinik einzuweisen. Sollte sich dies nicht vermeiden lassen, sollte das Krankenhaus unbedingt vorher über die Verdachtsdiagnose informiert werden.

Das RKI rät darüber hinaus, Patienten in einem Zimmer mit eigenem WC zu isolieren. Türgriffe und weitere Oberflächen, mit denen ein Patient in Kontakt gekommen ist, sollten mit viruziden Desinfektionsmitteln täglich abgewischt werden, die Sanitäranlagen häufiger.

Kontaminierte Flächen (etwa mit Erbrochenem) sollten sofort nach Anlegen eines Mundschutzes mit viruziden Desinfektionsmitteln gesäubert werden. Im Umgang mit Patienten ist sorgfältige Handhygiene mit Desinfektionsmitteln wichtig. Kontaktpersonen wie Besucher sollten in Handhygiene unterwiesen werden.

Ärztemerkblatt zu Noroviren gibt es unter www.rki.de, das Konsiliarlabor ist erreichbar unter 03018 / 754- 2379,



STICHWORT

Noroviren

Noroviren sind weltweit verbreitet. 30 Prozent der nicht bakteriellen Gastroenteritiden bei Kindern und 50 Prozent derjenigen bei Erwachsenen werden durch den Erreger verursacht. Kinder unter fünf Jahre und alte Menschen über 70 Jahre erkranken besonders oft daran. Die Viren sind die häufigste Ursache von Gastroenteritis-Ausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen, Kliniken und Heimen. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!

Fallstricke in der Praxis

Häufige Fehler in der Hypertonie-Therapie: So geht’s besser!

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kasuistik

Massiv erhöhter CA-19-9-Wert weckt falschen Krebsverdacht

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft

Lesetipps
Das Zusammenspiel zwischen Vermögensverwalter und Anlegerin oder Anleger läuft am besten, wenn die Schritte der Geldanlage anschaulich erklärt werden.

© M+Isolation+Photo / stock.adobe.com

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Person mit weißer Pille in der rechten Hand und Glas Wasser in der linken Hand

© fizkes - stock.adobe.com

Acetylsalicylsäure in der Onkologie

ASS schützt Senioren langfristig wohl nicht vor Krebs