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Manfred Lautenschläger-Preis

Auszeichnung für Forschung zu Alkohol

Für seine richtungsweisenden Arbeiten über Auswirkungen von Alkohol auf Leberkrankheit und Krebsentstehung hat Professor Helmut Seitz aus Heidelberg jetzt den Manfred Lautenschläger-Preis für Europäische Alkoholforschung erhalten.

Veröffentlicht:

HEIDELBERG. Wer regelmäßig Alkohol trinkt, schadet nicht nur seiner Leber. Alkohol ist auch ein Risikofaktor für einige Krebserkrankungen und beschleunigt die Alterung. Seit über 30 Jahren befasst sich der Heidelberger Professor Dr. Helmut Seitz, Ärztlicher Direktor am Krankenhaus Salem und Leiter des Labors für Alkoholforschung an der Universität Heidelberg, mit dem Thema, teilt die Universität Heidelberg mit.

Anlässlich der 14. Tagung der Europäischen Gesellschaft für Biomedizinische Alkoholforschung(ESBRA) in Warschau wurde er mit dem Manfred Lautenschläger-Preis für Europäische Alkoholforschung ausgezeichnet.

Die mit 25.000 Euro weltweit höchstdotierte Auszeichnung auf diesem Gebiet wird seit 2007 alle zwei Jahre für herausragende wissenschaftliche Leistungen verliehen.

Rund vier Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig oder nehmen alkoholische Getränke in schädigenden Mengen zu sich - 40.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen. Neben Leberversagen und Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse sind auch Krebserkrankungen häufig Todesursache nach Alkoholmissbrauch.

Alkohol zerstört natürlichen Zellschutz

Das Preiskomitee in Warschau würdigte neben Professor Seitz richtungsweisenden Arbeiten zur Entstehung, Diagnose und Behandlung der alkoholischen Leberkrankheit vor allem, dass er die Zusammenhänge zwischen Alkohol und dem Entstehen von Krebs aufgedeckt hat: "Unter chronischem Alkoholeinfluss ist der Körper nicht in der Lage die sogenannten freien Radikale unschädlich zu machen", wird Seitz in der Mitteilung zitiert.

Die winzigen Moleküle entstehen durch Stoffwechselvorgänge in den Zellen und werden mit Alterungsprozessen in Verbindung gebracht. "In der Regel verfügt der Körper über genügend Schutzmechanismen, um diese Radikale abzufangen.

Bei Alkoholikern verursachen sie jedoch schwere Schäden im Erbgut der Leberzellen und erhöhen so das Krebsrisiko", so Seitz.

Risikomarker für Krebsentstehung entdeckt

Außerdem gelang es dem Heidelberger Alkoholforscher erstmals einen genetischen Risikomarker zu finden, der anzeigt, wie groß die Gefahr ist, unter chronischem Alkoholeinfluss an Krebs zu erkranken. "Damit können wir Patienten mit einem hohem Krebsrisiko frühzeitig identifizieren", so Seitz.

Professor Dr. Helmut Seitz studierte und promovierte in Heidelberg und war als Oberarzt am Universitätsklinikum Heidelberg tätig. Forschungsaufenthalte führten ihn in die USA. Seit 1991 ist er Direktor der Medizinischen Klinik des Krankenhauses Salem, seit 2000 dessen Ärztlicher Direktor.

Außerdem ist er Ehren-Professor für Innere Medizin, Gastroenterologie und Alkoholforschung an der Universität Heidelberg. Das Krankenhaus Salem ist enger Kooperationspartner der Universität Heidelberg und maßgeblich an Krankenversorgung, Forschung und Lehre des Universitätsklinikums beteiligt. (eb)

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