Autoabgase verstärken Myokard-Ischämie

NEW ORLEANS (ob). Luftverschmutzung durch Autoabgase belastet nicht nur die Atemwege. Speziell Patienten mit koronarer Herzkrankheit droht dadurch offenbar auch Gefahr für das Herz. Dafür sprechen Ergebnisse einer Studie mit 20 KHK-Patienten.

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Die Studienteilnehmer hatten einen Myokardinfarkt in der Vorgeschichte und waren von einem britisch-schwedischen Forscherteam einem speziellen "Belastungstest" unterzogen worden.

Alle Teilnehmer der Studie wurden zweimal in einer abgeschlossenen Kammer einer qualitativ sehr unterschiedlichen Atemluft ausgesetzt. Das eine Mal atmeten die Probanden in Ruhe und während Belastung Luft ein, die mit Dieselabgasen angereichert war. Dabei wurde eine Luftverschmutzung simuliert, wie sie gewöhnlich an verkehrsbelasteten Straßen herrscht.

Das andere Mal wurde gefilterte Luft in die Kammer geleitet. Beide Male wurden Myokardischämien, die während der Belastungsphase auftraten, anhand der ST-Strecken-Senkung im EKG dokumentiert und quantifiziert.

Bei allen 20 Studienteilnehmern kam es in beiden Testphasen zu belastungsinduzierten ST-Strecken-Senkungen, hat Professor David E. Newby aus Edinburgh bei der 56. Jahrestagung des American College of Cardiology (ACC) in New Orleans berichtet. Allerdings war die sich darin widerspiegelnde Myokardischämie bei Einatmen von Dieselabgasen wesentlich ausgeprägter als bei Belastung in reiner Luft.

Die verschmutzte Luft verursachte im Vergleich zur sauberen eine ungefähr dreifach stärkere maximale ST-Strecken-Senkung, so Newby. Dieser Ischämie-verstärkende Effekt könnte nach seiner Ansicht eine mögliche Erklärung für die in Studien gemachte Beobachtung sein, wonach eine erhöhte Luftverschmutzung mit einem gehäuften Auftreten von kardiovaskulären Erkrankungen assoziiert ist.

Erst vor kurzem haben Forscher auf einer Feinstaub-Konferenz in Berlin berichtet, dass in einer Studie besonders häufig Herzinfarkte während oder innerhalb einer Stunde nach der Teilnahme im Straßenverkehr auftraten.

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