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Prostata-Ca

Bei LUTS schauen Urologen genau hin

Haben Männer Symptome des unteren Harntrakts (LUTS), wird bei ihnen nicht selten auch ein Prostatakarzinom entdeckt. US-Kollegen wollen den Grund dafür nun gefunden haben.

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Genau hinsehen.

Genau hinsehen.

© Klaro

MINNEAPOLIS. Die bei Patienten mit Symptomen des unteren Harntrakts (LUTS) beobachtete Assoziation mit einem Prostata-Ca beruht möglicherweise darauf, dass diese Patienten intensiver auch auf Tumoren untersucht werden als andere Patienten.

Der Zusammenhang wurde jetzt bei jüngeren Männern einer bevölkerungsgestützten prospektiven Studie gefunden, die wegen LUTS behandelt wurden. Eine Assoziation zwischen den Symptomen allein und der Tumorerkrankung ließ sich allerdings nicht nachweisen.

LUTS, BPH und das Prostatakarzinom haben einige Gemeinsamkeiten: Mit dem Alter steigt die Inzidenz, die Prognose verschlechtert sich hormonabhängig, Entzündungsprozesse sind in der Pathogenese möglicherweise von Bedeutung und eine antihormonelle Therapie kann erfolgreich sein.

Auch aufgrund epidemiologischer Daten hält die Diskussion über einen möglichen kausalen Zusammenhang etwa zwischen LUTS und Prostata-Ca. seit den 1940er-Jahren an.

Jetzt prüften US-Urologen in einer prospektiven bevölkerungsgestützten Studie, ob die Assoziation darauf beruht, dass Ärzte bei Patienten nach einer LUTS-Diagnose intensiver nach Zeichen eines Prostatakarzinoms fahnden.

Dazu wurden 1922 Männer im Alter zwischen 40 und 79 Jahren in den Jahren 1990 bis 2010 befragt sowie Prostatabefunde ausgewertet (Eur Urol 2013; online 4. Januar).

Die Angaben der Patienten zu ihren urologischen Beschwerden wurden als charakteristisch für LUTS eingestuft, wenn der mit dem "American Urological Association Symptom Index" ermittelte Punktwert über sieben lag, die Beschwerden also moderat oder ausgeprägt waren.

Das war bei 621 Männern der Fall. 168 Patienten wurden wegen der LUTS behandelt, 37 erkrankten an Prostata-Ca. Das Follow-up betrug median 11,8 Jahre. Daten von insgesamt 55 Prozent der ursprünglich fast 4000 für die Studie erfassten Männer konnten für die Analyse genutzt werden.

Aufgrund der Auswertung stellte sich heraus, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Prostata-Ca-Diagnose bei Männern jünger als 65, die wegen der LUTS behandelt wurden, um fast das Zweieinhalbfache höher war als bei Männern ohne LUTS-Therapie (Hazard Ratio (HR): 2,3; 95-CI zwischen 1,5 und 3,5).

Bei Männern über 65 war das nicht der Fall (HR = 0,89; 95-CI zwischen 0,35 und 1,9).

Zudem war in der Studie bei allen behandelten Männern, ganz unabhängig vom Alter, die Wahrscheinlichkeit für eine Prostatabiopsie fünf bis acht Jahre nach der LUTS-Diagnose ebenfalls signifikant erhöht (HR = 2,4; 95-CI zwischen 1,7 und 3,3).

Wurden für die Berechnung ausschließlich die Angaben der Männer zur ihren Beschwerden verwendet, gab es keine statistisch signifikante Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, biopsiert zu werden oder eine Prostata-Ca-Diagnose zu erhalten.

Die Urologen gehen deshalb davon aus, dass die Assoziation zwischen LUTS und Prostata-Ca darauf beruht, dass Kollegen bei den jüngeren Männern, die wegen LUTS behandelt werden, genauer hinschauen, um ein Prostatakarzinom auszuschließen.

Erhöhte PSA-Werte, die aber auch nur von der vergrößerten Prostata herrühren können, ziehen dann eine Biopsie nach sich.

Warum in der Studie bei Männern über 65 keine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Prostatabiopsie erkennbar ist, ist unklar.

Eine mögliche Erklärung könne sein, so die Ärzte, dass Kollegen bei Älteren weniger geneigt sind zu biopsieren, weil sie davon ausgehen, dass erhöhte PSA-Spiegel bei dieser Patientengruppe eher auf eine BPH zurückzuführen sind. Eine pathophysiologische Erklärung für den Zusammenhang kann auch diese Studie nicht liefern. (ple)

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