Bei Morbus Parkinson leidet erst das Herz und dann die Motorik

FRANKFURT AM MAIN (ug). Parkinson-Patienten haben oft schon kardiovaskuläre Probleme, bevor die ersten motorischen Symptome auftreten. Denn bereits im Frühstadium der Erkrankung ist die vegetative Steuerung des Herzens gestört.

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Die Neurodegeneration bei Morbus Parkinson betrifft auch die autonome kardiovaskuläre Regulation, hat Privatdozent Carl-Albrecht Haensch von den Helios-Kliniken Wuppertal berichtet. Schon in Ruhe ist bei Parkinson-Patienten die Herzfrequenz erhöht. Grund sei, so Haensch, ein Defizit der sympathischen Innervation. Dies hat der Forscher nachgewiesen, indem er mit einem speziellen bildgebenden Verfahren die postsynaptische Noradrenalin-Aufnahme der Herzmuskelzellen analysiert hat. Sie gilt als Marker für die sympathische Innervation.

Das SPECT-Verfahren mit dem Liganden

I-Meta-Iodobenzylguanidin (MIBG-SPECT) ermögliche zudem eine klare Abgrenzung von Morbus Parkinson und Multisystematrophie, sagte Haensch auf einer Veranstaltung des Unternehmens Merz in Frankfurt am Main.

Bereits im Frühstadium der Erkrankung haben 25 Prozent der Parkinson-Patienten außerdem eine orthostatische Hypotonie. In seinen Studien konnte Haensch zeigen, dass es jedoch keinen Zusammenhang zwischen der Hypotonie und der sympathischen Denervierung gibt. Die Denervierung scheine sich also unabhängig von anderen kardiovaskulären Störungen bei Morbus Parkinson zu entwickeln.

Für seine Arbeit ist der Neurologe gemeinsam mit zwei weiteren Forschern mit dem diesjährigen Preis für Hirnforschung in der Geriatrie ausgezeichnet worden. Der Preis wird vom Lehrstuhl für Geriatrie an der Universität Witten-Herdecke verliehen und vom "Zukunftsforum Demenz", einer Initiative des Unternehmens Merz, gestiftet.

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