Direkt zum Inhaltsbereich

Bei Nephropathie spricht viel für eine Statin-Therapie

MÜNSTER (hbr). Für den Einsatz von Statinen bei diabetischer Nephropathie spricht das hohe kardiovaskuläre Risiko von Zuckerkranken. Zudem sind hohe Lipidwerte offenbar mit einer diabetischen Nierenerkrankung assoziiert.

Veröffentlicht:

Daten von etwa 2000 Patienten mit Typ-1-Diabetes belegen, dass sich von der Normo- über die Mikro- zur Makroalbuminurie das Lipidprofil kontinuierlich ändert: Gesamt- Cholesterin, LDL- und Triglyzeridwerte steigen und das HDL-Chol- esterin sinkt. Ähnliches ergab der Abgleich mit der Nierenfunktion: Die Gruppe mit der niedrigsten glomerulären Filtrationsrate (GFR unter 60 ml/min) hatte die schlechtesten Lipidwerte, so Professor Gerald Klose vom Klinikum Bremen.

Studiendaten zum Einfluss der Statine auf die Nierenfunktion seien zwar nicht einheitlich, aber im Trend positiv, sagte er bei der Diabetesmesse in Münster. "Statine scheinen die Proteinurie moderat zu verringern und führen zu einer geringen Abnahme der Nierenfunktion." So ergab die Heart Protection Studie bei Diabetikern einen günstigen Effekt eines Statins auf das Fortschreiten der Proteinurie zur Niereninsuffizienz.

Statine senken das LDL und damit das koronare Risiko. In der skandinavischen Simvastatin Survival Studie etwa senkte das Statin bei Diabetikern die kardiovaskuläre Ereignisrate. Ein günstiger Effekt, denn das KHK-Risiko Zuckerkranker ist im Vergleich zur Nicht-Diabetikern drei- bis vierfach erhöht und die diabetische Nephropathie ist prädiktiv für das Entstehen makrovaskulärer Probleme.

Sollte also jeder Diabetiker ein Statin bekommen? Eine akzeptierte Entscheidungshilfe sei es, "höhere Diabetes-Schweregrade" zu berücksichtigen, sagte Klose. Also zum Beispiel Typ-2-Diabetes in Kombination mit Mikroalbuminurie als klare Statin-Indikation zu betrachten. Jedenfalls, so Professor Wolfgang Pommer vom Vivantes Humboldt-Klinikum in Berlin, sollten Diabetiker mit hohem kardiovaskulären Risiko um so schneller ein Statin erhalten, je näher sie der Niereninsuffizienz sind.

Mehr zum Thema

Volkskrankheit

CKD-Screening: Auch Geschlecht ist ein Risikofaktor

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kombi schlägt Monotherapie

Diese Blutdrucksenker werden am besten vertragen

Blutbildveränderungen

Ursachenfindung der Leukozytose: Reaktiv, Infektion oder Leukämie?

Lesetipps
Ein Fußballspieler hält sich seinen Knöchel, ein Helfer assistiert ihm.

© massimhokuto / stock.adobe.com

Orthese selten nötig

Das ist bei Sprunggelenksverletzungen zu beachten

Eine Frau sitzt auf dem Bett und hält sich eine Wärmflasche auf den Bauch.

© Halfpoint / stock.adobe.com

Schmerzen verhindern

Das sind die aktuellen medikamentösen Ansätze bei Endometriose