"Bei Reanimation ist Sauerstoff das wichtigste Notfallmedikament"

TOKIO (cin). Ist Beatmung bei Reanimation überflüssig? Das zumindest legen Daten einer Tokioter Studie nahe. Notfallmediziner Professor Peter Sefrin aus Würzburg sieht das anders: "Beatmung bei Reanimation ist ein Muss! Sauerstoff ist das wichtigste Notfallmedikament."

Veröffentlicht:

Die Diskussion um die Beatmung bei Reanimation hat eine Studie aus Tokio mit mehr als 4000 Patienten entfacht. Sie waren 30 Tage nach der - meist von Nichtmedizinern vorgenommen - Reanimation auf neurologische Defizite untersucht worden (Lancet 369, 2007, 920). Insgesamt gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen der Reanimation mit oder ohne Beatmung.

Signifikante Unterschiede zwischen Reanimationen ohne versus mit Beatmung gab es in Subgruppen: Mehr Apnoe-Patienten hatten einen guten neurologischen Status (6 versus 3 Prozent); bei Herzrhythmusstörungen waren es 19 versus 11 Prozent. Und war innerhalb von vier Minuten die Wiederbelebung begonnen worden, waren es 10 versus 5 Prozent.

Fazit der Autoren: Nichtmediziner könnten auch ohne Beatmung reanimieren. Das sieht Sefrin anders: "Beatmung ist bei Reanimation ein Muss!" Zwar wird auch in den neuen Deutschen Leitlinien der Schwerpunkt auf die Massage gelegt. "Nach spätestens vier Minuten wird aber eine Beatmung notwendig", so der Notfallmediziner. Nach den seit einem Jahr gültigen deutschen Leitlinien bleibt es bei 30 Druckmassagen zu 2 Beatmungen.

Lesen Sie dazu auch: Zur Reanimation gehört Beatmung immer dazu

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Flugmediziner klärt auf

Wann ein Mensch zu krank für den Flug ist

Substitution differenziert betrachten

Testosteron als kardiometabolisches Therapie-Konzept: Wann es wirklich hilft

Kardiovaskuläres Risiko

Wann die Lipoprotein(a)-Messung wirklich sinnvoll ist

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Nächtlicher Augeninnendruckanstieg

Sind zwei Kopfkissen für Menschen mit Glaukom eines zu viel?

Lesetipps
Eine Frau steht am Empfang einer Praxis und spricht mit einer Praxismitarbeiterin.

© auremar / stock.adobe.com

Hausarzt und Gebietsärztin im Interview

Hausarztvermittlungsfälle: Wo es hakt und wie es besser ginge

Ärztin hält sich den Mund zu

© MQ-Illustrations / stock.adobe.com

Beispiele aus der Praxis

Ärztliche Schweigepflicht in der Pädiatrie: Konfliktsituationen aus dem Alltag