Herz-Gefäßkrankheiten

Zur Reanimation gehört Beatmung immer dazu

WÜRZBURG (cin / gwa). Bei Reanimationen ist Beatmung ein Muss. Nach den deutschen Reanimationsleitlinien* wird zwar zunächst mit 30 Herzdruckmassagen begonnen. Doch dann wird zweimal beatmet, um die Blut-Oxygenierung aufrecht zu erhalten. Kollegen aus Tokio sagen dagegen, dass Nichtmediziner nur mit Herzdruckmassage reanimieren sollten.

Veröffentlicht: 26.03.2007, 08:00 Uhr

Die häufigsten Gründe für eine Reanimation sind Atemstillstand oder Kammerflimmern. Meist ist dann noch ein Sauerstoffreservoir im Blut vorhanden. Nach spätestens vier Minuten muss aber beatmet werden. Daran erinnerte Professor Peter Sefrin von der Uni Würzburg im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Um bei einer Reanimation eine gute Blut-Oxygenierung zu erreichen, rät Sefrin Kollegen, an die Beatmungsmaske einen Beatmungsbeutel mit Reservoir sowie zusätzlich O2 anzuschließen. So könne der inspiratorische O2-Anteil von 21 auf 80 Volumenprozent gesteigert werden.

Beatmung ist also ein Muss, sagt Sefrin. Damit widerspricht er Kollegen aus Tokio. Sie empfehlen, dass Nichtmediziner nur mit Herzdruckmassagen reanimieren sollten (Lancet 369, 2007, 920). Denn nach Subgruppenanalysen hatten Patienten bei Reanimation ohne Beatmung nach 30 Tagen einen besseren neurologischen Status. Ein US-Kardiologe forderte sogar rasche Leitlinien-Änderungen (Lancet 369, 2007, 882).

Sefrin sieht das anders. Signifikant bessere Ergebnisse mit alleiniger Druckmassage habe es nur bei Apnoe und Herzrhythmusstörungen gegeben. Und wenn innerhalb von vier Minuten wiederbelebt wurde.

*Andresen D. et al.: Reanimation, Empfehlungen für die Wiederbelebung, Deutscher Ärzte-Verlag, 2007. 29,95 Euro, ISBN-13: 978-3769105292

Lesen Sie dazu auch: "Bei Reanimation ist Sauerstoff das wichtigste Notfallmedikament"

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