Direkt zum Inhaltsbereich

Zur Reanimation gehört Beatmung immer dazu

WÜRZBURG (cin / gwa). Bei Reanimationen ist Beatmung ein Muss. Nach den deutschen Reanimationsleitlinien* wird zwar zunächst mit 30 Herzdruckmassagen begonnen. Doch dann wird zweimal beatmet, um die Blut-Oxygenierung aufrecht zu erhalten. Kollegen aus Tokio sagen dagegen, dass Nichtmediziner nur mit Herzdruckmassage reanimieren sollten.

Veröffentlicht:

Die häufigsten Gründe für eine Reanimation sind Atemstillstand oder Kammerflimmern. Meist ist dann noch ein Sauerstoffreservoir im Blut vorhanden. Nach spätestens vier Minuten muss aber beatmet werden. Daran erinnerte Professor Peter Sefrin von der Uni Würzburg im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Um bei einer Reanimation eine gute Blut-Oxygenierung zu erreichen, rät Sefrin Kollegen, an die Beatmungsmaske einen Beatmungsbeutel mit Reservoir sowie zusätzlich O2 anzuschließen. So könne der inspiratorische O2-Anteil von 21 auf 80 Volumenprozent gesteigert werden.

Beatmung ist also ein Muss, sagt Sefrin. Damit widerspricht er Kollegen aus Tokio. Sie empfehlen, dass Nichtmediziner nur mit Herzdruckmassagen reanimieren sollten (Lancet 369, 2007, 920). Denn nach Subgruppenanalysen hatten Patienten bei Reanimation ohne Beatmung nach 30 Tagen einen besseren neurologischen Status. Ein US-Kardiologe forderte sogar rasche Leitlinien-Änderungen (Lancet 369, 2007, 882).

Sefrin sieht das anders. Signifikant bessere Ergebnisse mit alleiniger Druckmassage habe es nur bei Apnoe und Herzrhythmusstörungen gegeben. Und wenn innerhalb von vier Minuten wiederbelebt wurde.

*Andresen D. et al.: Reanimation, Empfehlungen für die Wiederbelebung, Deutscher Ärzte-Verlag, 2007. 29,95 Euro, ISBN-13: 978-3769105292

Lesen Sie dazu auch: "Bei Reanimation ist Sauerstoff das wichtigste Notfallmedikament"

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kombi schlägt Monotherapie

Diese Blutdrucksenker werden am besten vertragen

Gefäße im Blick

Viszerale Aneurysmen: Diese Risikogruppen kennen!

Entzündung

Endokarditis-Prophylaxe: Worauf achten und bei wem?

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kombi schlägt Monotherapie

Diese Blutdrucksenker werden am besten vertragen

Blutbildveränderungen

Ursachenfindung der Leukozytose: Reaktiv, Infektion oder Leukämie?

Lesetipps
Ein Fußballspieler hält sich seinen Knöchel, ein Helfer assistiert ihm.

© massimhokuto / stock.adobe.com

Orthese selten nötig

Das ist bei Sprunggelenksverletzungen zu beachten

Eine Frau sitzt auf dem Bett und hält sich eine Wärmflasche auf den Bauch.

© Halfpoint / stock.adobe.com

Schmerzen verhindern

Das sind die aktuellen medikamentösen Ansätze bei Endometriose