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Bei Rheuma ist Rauchen besonders schädlich

Rauchen ist ungesund, das ist kein Geheimnis. Besonders abträglich ist es für Patienten mit Rheumatoider Arthritis oder einer Disposition dazu.

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:
So ist es richtig, denn Rauchen erhöht bei Rheumatikern das Risiko für eine interstitielle Lungenerkrankung.

So ist es richtig, denn Rauchen erhöht bei Rheumatikern das Risiko für eine interstitielle Lungenerkrankung.

© Foto: digitalpresswww.fotolia.de

So greife Zigarettenrauch unmittelbar in die Pathophysiologie der Rheumatoiden Arthritis (RA) ein, erläuterte der Rheumatologe Professor Bernhard Manger vom Uniklinikum Erlangen. Die im Rauch enthaltenen Schadstoffe führten bei entsprechender genetischer Veranlagung zu einer Enzymaktivierung, die letztlich in einer Veränderung von Proteinen mündet, der Citrullinierung.

Schadstoffe im Tabakrauch verändern Proteine

Das Problem: Körpereigene Eiweiße, die citrulliniert wurden, werden vom Immunsystem gerne fälschlich als Fremdstoffe erkannt. "Es bilden sich Antikörper, und das sind genau jene Antikörper gegen citrullinierte Peptide, die wir als CCP-Antikörper auch für die RA-Diagnostik empfehlen", so Manger beim Praxis Update in Berlin.

Finger weg von der Zigarette sollte deswegen die Devise heißen, wenn eine familiäre Belastung für rheumatische Erkrankungen vorliegt. Aber auch wenn die RA schon da ist, tut sich der Patient mit Zigarettenkonsum keinen Gefallen. Ganz unabhängig von den kardiovaskulären und onkologischen Folgen des blauen Dunstes erhöht er mit Zigaretten nämlich das Risiko einer interstitiellen Lungenerkrankung, die mit einer fast dreifach erhöhten Mortalität bei RA-Patienten einhergeht.

"Die interstitielle Lungenerkrankung ist nach den Rheumaknoten die zweithäufigste viszerale Manifestation der RA", sagte Manger. Ungefähr acht Prozent der Patienten hätten das Vollbild dieser Erkrankung mit reduzierter Lungenfunktion und radiologischen Infiltraten.

Eine US-Studie ergab, dass subklinische Formen sehr viel häufiger sind. "Demnach liegt bei etwa einem Drittel der pulmonal asymptomatischen RA-Patienten ein pathologischer Befund im hochauflösenden Thorax-CT vor. Und bei mehr als der Hälfte dieser Patienten ist der Befund über 18 Monate progredient", berichtete Manger.

Zurück zu den Zigaretten: In ihrer Studie haben die US-Wissenschaftler auch untersucht, womit das Auftreten der CT-Auffälligkeiten korrelierte. Das Ergebnis: Es gab keinen Zusammenhang zu Alter und Geschlecht der Patienten, Krankheitsdauer, Schweregrad der RA und Therapie, wohl aber einen hochsignifikanten Zusammenhang mit einer langjährigen Raucheranamnese.

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