Bei Schlafapnoe droht Entzug des Führerscheins

NÜRNBERG (sto). Bei jedem vierten tödlichen Verkehrsunfall wird als Ursache eine nicht diagnostizierte oder nicht optimal therapierte obstruktive Schlafapnoe vermutet. Seit kurzem kann nun Autofahrern der Führerschein abgenommen werden, wenn sich herausstellt, daß wegen einer Schlafapnoe ihre Vigilanz beeinträchtigt ist.

Veröffentlicht:

Diese Änderung des Straßenverkehrsgesetzes vom 14. August 2005 sowie der dazugehörigen Fahrerlaubnisverordnung sei in der Öffentlichkeit noch viel zu wenig bekannt, sagte Professor Helmut Teschler von der Ruhrlandklinik in Essen beim 47. Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin in Nürnberg.

Erstmals sei damit die Schlafapnoe mit ausgeprägter Vigilanzbeeinträchtigung unter den Krankheiten und Mängeln aufgeführt, die zu einem Entzug des Führerscheins führen können. Die Crux: Der Gesetzgeber gehe davon aus, daß die Mehrzahl der Betroffenen eine adäquate Therapie erhält und damit die Eignung, ein Kraftfahrzeug zu führen, wiederhergestellt wird.

Um das sicherzustellen, seien jedoch regelmäßige Kontrolluntersuchungen zur Überprüfung der Vigilanz erforderlich, sagte Teschler. Der Gemeinsame Bundesausschuß habe aber vor kurzem den Nutzen solcher regelmäßigen Kontrolluntersuchungen von Patienten mit Schlafapnoe in Zweifel gezogen. Außerdem gebe es im neuen EBM keine adäquate Abrechnungsziffer, bedauerte Teschler.

Nach epidemiologischen Untersuchungen leiden in Deutschland etwa fünf Prozent der Erwachsenen an einer obstruktiven Schlafapnoe. Angesichts von schätzungsweise 1,4 Millionen Berufskraftfahrern müsse allein in dieser Gruppe mit bis zu 70 000 Betroffenen gerechnet werden, so Teschner. Sie hätten ein bis zu siebenfach erhöhtes Unfallrisiko.

Um so wichtiger wäre es deshalb, wenn wenigstens bei Lkw-, Bus- und Taxifahrern regelmäßig Screeninguntersuchungen stattfinden würden. Auf diese Weise würden auch die Arbeitgeber in die Pflicht genommen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?

Lesetipps
Eine Frau streckt ihre Zunge heraus, man sieht ihre Zähne oben.

© vladimirfloyd / stock.adobe.com

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann

Ein Stempel mit der Aufschrift "Regress"

© Gina Sanders / stock.adobe.com |

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen