"Bei aktivierter Arthrose gehören Coxibe zur ersten Wahl"

FRANKFURT AM MAIN (mar). Bei aktivierter Arthrose sind klassische NSAR und die gastrointestinal besonders gut verträglichen selektiven COX-2-Hemmer (Coxibe) aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung die Therapeutika der ersten Wahl. In Studien haben sich mit Etoricoxib (Arcoxia®) Schmerzen und Funktionseinschränkungen ähnlich gut vermindern lassen wie mit Diclofenac oder Naproxen.

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Dabei ist die medikamentöse Therapie immer nur ein Baustein im Behandlungskonzept von Arthrose-Patienten. Das hat Professor Josef Zacher von der Klinik für Orthopädie und Orthopädische Rheumatologie am Helios-Klinikum Berlin-Buch beim Schmerztag in Frankfurt am Main betont. Gewichtsreduktion der häufig übergewichtigen Patienten, physikalische Therapie und besonders Krankengymnastik, die nachweislich auch zur Aktivierung des Knorpelstoffwechsels beitragen, seien unverzichtbare Maßnahmen.

Bei akuten Arthrose-Schüben lassen sich mit klassischen NSAR oder den Coxiben die Schmerzen um 35 bis 40 mm auf der Visuellen Analogskala (VAS von 0 bis 100 mm) reduzieren, wie Zacher bei einem Symposium des Unternehmens MSD sagte. Dies habe sich in Studien auch für Etoricoxib (60 mg einmal täglich) bestätigt.

Die Wirksamkeit des Coxibs ist in mehreren Placebo-kontrollierten Studien mit der von Diclofenac (dreimal täglich 50 mg) oder Naproxen (zweimal täglich 500 mg) verglichen worden. Dabei besserten sich nicht nur die Schmerzen, sondern auch die Funktionseinschränkungen und Steifigkeit der Gelenke bildeten sich unter allen drei Substanzen in ähnlicher Weise zurück. Diese Effekte seien bereits nach ein bis zwei Tagen zu beobachten.

Vorteile von Etoricoxib sind die schnelle Anflutung und somit der schnell einsetzende Wirkungseintritt, außerdem die lange Wirkungsdauer, die die einmal tägliche Einnahme ermöglicht. So wurde in einer Vergleichsstudie vier Stunden nach der ersten Dosis Etoricoxib bei einem Drittel der Patienten (32 Prozent) eine gute bis sehr gute Schmerzreduktion erzielt. Mit 50 mg Diclofenac war dies nur bei einem Fünftel (19 Prozent) der Fall, so Zacher.

Da Opioide keine antiphlogistischen Effekte haben, gehören sie bei Patienten mit aktivierter Arthrose nicht zu den Medikamenten der ersten Wahl, sagte Zacher. Sie seien aber durchaus eine zusätzliche Option zur Schmerzlinderung bei Patienten mit schwerer Arthrose, um die Zeit bis zur Operation zu überbrücken oder als Langzeittherapie bei alten Patienten, bei denen eine Operation nicht möglich ist.

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