Schlaganfall

Beides: Blutdruck und Blutfette im Blick!

SEATTLE (hem/ob). Für Patienten mit Schlaganfall - aber nicht nur für diese - zahlt es sich aus, leitliniengerechte Therapien konsequent zu befolgen. Je mehr kardiovaskuläre Risikofaktoren sich damit ausschalten lassen, desto stärker sinkt das Risiko für ein Schlaganfall-Rezidiv.

Veröffentlicht:
Apoplex: Umfassende Prävention nützt!

Apoplex: Umfassende Prävention nützt!

© Foto: Kaulitzkiwww.fotolia.de

Ärzte könnten Patienten den Nutzen einer guten Compliance vor Augen führen, betonte der Pariser Neurologe Professor Pierre Amarenco beim Kongress der US-Fachgesellschaft für Neurologie (AAN) in Seattle. Er stützte sich dabei auf Ergebnisse einer neuen Analyse von Daten der SPARCL-Studie (Stroke Prevention by Aggressive Reduction in Cholesterol Levels). Zur Erinnerung: SPARCL ist die erste große Studie, die den Nutzen einer intensiven Lipidsenkung (mit Atorvastatin 80 mg) in der Sekundärprävention bei Schlaganfall oder transienten ischämischen Attacke (TIA) dokumentiert hat (wir berichteten). In der knapp fünfjährigen Studie reduzierte die Therapie die Inzidenz von Schlaganfall-Rezidiven um 16 Prozent und die Rate kardialer Ereignisse um 35 Prozent.

Mit ihrer neuen Analyse der SPARCL-Daten wollten die Forscher jetzt klären, ob sich das Erreichen von Zielwerten bei drei Lipidparametern (LDL- und HDL-Cholesterin, Triglyzeride) sowie beim Blutdruck additiv auf die Risikoreduktion ausgewirkt. Zielvorgaben für eine optimale Einstellung waren: LDL-Cholesterin unter 70 mg/dl, HDL über 50 mg/dl, Triglyzeride unter 150 mg/dl und ein Blutdruck von 120/80 mmHg. Die Patienten, bei denen nur bei einem der vier Risikofaktoren - Bluthochdruck, hohe Triglyzeride, hohes LDL- und niedriges HDL-Cholesterin - eine optimale Einstellung erreicht wurde, profitierten so gut wie nicht. Wurden zwei Risikofaktoren ausgeschaltet, sank das Risiko für ein zerebrovaskuläres Rezidivereignis immerhin schon um 22 Prozent.

Wurden bei drei Parametern die Zielwerte erreicht, betrug die Risikoreduktion 38 Prozent. Am besten schnitten Patienten ab, bei denen alle vier Parameter im Zielbereich lagen: Ihr Schlaganfallrisiko sank um 65 Prozent, das Risiko für kardiale Ereignisse sogar um 75 Prozent.

Mehr zum Thema

Corona-Splitter der KW 52

„Sterberate bei COVID-19 könnte wieder steigen“

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Welche Patienten mit Vorerkrankungen sollten prioritär geimpft werden? Dazu gibt es Empfehlungen.

Stellungnahme

DGIM: Vorerkrankte früher gegen COVID-19 impfen!