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Bewußtsein für Tbc muß geschärft werden

LEIPZIG (sko). Anhaltender Husten, Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsabnahme - hier ist natürlich unbedingt auch eine Tuberkulose in Betracht zu ziehen. Jedoch verzögert sich die Diagnose immer wieder, wie eine jetzt veröffentlichte Fallgeschichte zeigt.

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Die Tuberkulose ist immer noch ein aktuelles Thema: Die WHO geht jährlich von 8,8 Millionen Neuerkrankungen weltweit aus. Welche Folgen eine verzögerte Diagnose haben kann, wird an dem Fallbericht eines 14jährigen Mädchens deutlich: Es hatte grippale Symptome, Gewichtsabnahme und einen unproduktiven Husten (Klin Pädiatr 21, 2006, 23).

Erst fünf Wochen später suchten die Eltern den Hausarzt auf, der eine Bronchitis vermutete und das Mädchen symptomatisch behandelte. Auch im weiteren Verlauf wurde trotz des anhaltenden Husten keine Röntgenaufnahme des Thorax veranlaßt. Erst in der Uniklinik Leipzig diagnostizierten die Kollegen aufgrund von Laborbefunden und des Röntgenbildes eine offene multibazilläre Tuberkulose.

Die Infektionsquelle war schnell gefunden: Vor drei Jahren hatte das Mädchen bei einer Familienfeier einem Onkel gegenübergesessen, bei dem noch im gleichen Jahr eine offene Tuberkulose diagnostiziert worden war. Bei der folgenden Umgebungsuntersuchung hatte das Mädchen nicht teilgenommen, da es nach Angaben der Eltern nicht zu den näheren Kontaktpersonen gehörte.

Aufgrund der Unwissenheit der Eltern und der verschleppten Diagnostik dauerte es insgesamt zweieinhalb Monate, bis die Tuberkulose erkannt wurde. Inzwischen hatten sich zwei weitere Personen aus der Familie infiziert.

Im Schnitt liegen bei der Tuberkulose 1,7 Monate zwischen dem ersten Arztbesuch und der Diagnose, so die Ergebnisse einer Studie. Für eine frühe Diagnose und die Unterbrechung der Infektionskette muß daher das Bewußtsein für die Tuberkulose geschärft werden, schließen die Leipziger Kollegen.

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