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Bilaterale Parotisschwellung - Das kann Sarkoidose sein!

BERLIN (gvg). Eine Schwellung der Speicheldrüsen lenkt den diagnostischen Verdacht in der Regel auf eine Virusinfektion. Dahinter kann sich aber auch eine akute Sarkoidose verstecken.

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Verdächtig ist vor allem eine Konstellation, bei der Speichel- und/oder Tränendrüsen geschwollen sind, eine Fazialisparese auftritt und in der Ophthalmoskopie eine Uveitis gesehen wird. Dieses sogenannte Heerfordt-Syndrom kommt bei sechs Prozent aller Menschen mit akuter Sarkoidose vor.

Typisch ist eine derbe, beidseitige Parotis-Schwellung, die nicht druckdolent ist. Auch Entzündungsparameter sind üblicherweise im Normbereich. Im Mund-Rachenraum findet sich zudem kein Hinweis auf eine Infektion.

Bei klinischem Verdacht auf ein Heerfordt-Syndrom sind neben der Ophthalmoskopie die Bestimmung des Serum-ACE als Labormarker für die Sarkoidose und die Thoraxübersichtsaufnahme wegweisend. Letztere zeigt die pathognomonische bihiläre Lymphadenopathie. Feinkörnige Infiltrate können bei der computertomographischen Untersuchung, zum Teil auch schon im Röntgen-Thorax auffallen.

In einem Beitrag in der Fachzeitschrift "HNO" (56, 2008, 508) empfiehlt Dr. Christine Barth von der Universitäts-HNO-Klinik Mannheim eine systemische Kortisontherapie mit zunächst 60 mg pro Tag.

Dies sollte innerhalb weniger Tage zu einer vollständigen Rückbildung der Schwellungen führen. Die Dosis des Kortikoids wird dann reduziert bis zu einer Erhaltungsdosis von 15 mg täglich, die während sechs Monaten weiter gegeben wird. Die Mannheimer Kollegin weist darauf hin, dass viele Experten bei asymptomatischen Patienten auch eine abwartende Strategie für gerechtfertigt halten, bei der gegebenenfalls ein nicht-steroidales Antirheumatikum, aber kein Kortison eingesetzt wird.

Der Grund: Spontanremissionen sind häufig. Die Erkrankung verläuft bei bis zu 90 Prozent der Patienten selbstlimitierend. Nur ein geringer Prozentsatz entwickelt eine chronische Sarkoidose.

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