In der Nase

Biomarker sagen Symptomstärke bei Pollenflug vorher

Forscher haben nasale Biomarker ausfindig gemacht, mit denen sich die Symptomstärke bei Pollen-Allergikern und Nichtallergikern vorhersagen lässt.

Veröffentlicht: 01.05.2020, 15:03 Uhr

Neuherberg. Nicht nur bei Allergikern, sondern auch bei einer Untergruppe von Nichtallergikern treten im Frühjahr Symptome in der Nase auf, die auf den Kontakt mit Pollen zurückzuführen sind.

Eine Studie hat nun ergeben, dass die Stärke der Symptome, die während des Pollenflugs auftreten werden, durch Biomarker in der Nase bereits vor Beginn der Pollensaison vorhergesagt werden kann, teilt das Helmholtz Zentrum München mit.

Blutproben und Nasenabstriche

Eine Forschergruppe unter Leitung des Instituts für Umweltmedizin am Helmholtz Zentrum München und der Technischen Universität München (Forschungsverbund UNIKA-T) untersuchte Probanden mit durch Pollen ausgelöster allergischer Rhinitis sowie Nichtallergiker über den Zeitraum eines Jahres (J Allergy Clin Immunol 2020; online 6. April). Die Teilnehmer mussten täglich ein Online-Symptomtagebuch führen. Außerdem wurden bei ihnen Blutproben und Nasenabstriche entnommen.

Die Wissenschaftler verglichen die Immunvariablen (Zytokine, Chemokine und Pollen-spezifische Immunglobuline) im Serum und im Nasensekret während und außerhalb der Pollensaison.

Dabei identifizierten sie die in der Nase befindlichen körpereigenen Botenstoffe IL-8 und IL-33 sowie die Antikörper sIgG4 und sIgE als Biomarker. Diese zeigten eine signifikante Korrelation mit pollenspezifischen Symptomen in der Nase, womit ihr Vorhandsein und ihre Ausprägung zur Vorhersage der Stärke der Symptome genutzt werden kann, heißt es in der Mitteilung.

Unabhängig von genetischer Allergiedisposition

Dies ist unabhängig von einer genetischen Allergiedisposition und auch bereits vor Beginn der Pollensaison sowohl bei Allergikern als auch Nichtallergikern möglich.

„Durch die Vorhersagbarkeit der Schwere der nasalen Symptome könnten wir diejenigen Erkrankten besser ausfindig machen, die am meisten von einer Behandlung der Krankheitsursachen profitieren“, wird Mehmet Gökkaya, Wissenschaftler am UNIKA-T und Erstautor der Studie, in der Mitteilung zitiert.

Außerdem könnten Biomarker helfen, um bei Nichtallergikern den Prozess der Allergieentwicklung verstehen zu können. (ikr)

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