Herzschwäche

Blutproben für die Forschung

Mit Zustimmung der Spender kann die Uni Würzburg Blutproben des Bayerischen Roten Kreuzes analysieren.

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WÜRZBURG (dpa). Die Universität Würzburg kann als erste deutsche Hochschule Blut von Patienten mit älteren Proben aus der Zeit vor der Erkrankung vergleichen - zumindest, wenn sie in Bayern Blut gespendet haben.

Eine entsprechende Kooperation haben der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und das Universitätsklinikum jetzt in Würzburg besiegelt. Das Klinikum kann damit in Zukunft für Forschungszwecke auf rundgerechnet drei Millionen Plasmaproben des Bayerischen Blutspendedienstes zugreifen.

Das bis dato einzigartige Pilotprojekt macht es möglich, die Blutwerte der erkrankten Spender sowohl vor als auch nach einer Krankheit mit einander zu vergleichen. "Das ist eine einmalige Chance für die Wissenschaft", sagte der Direktor der Biomaterial- und Datenbank des Universitätsklinikums, Professor Roland Jahns.

So finden sich im Blut von Patienten mit Herzschwäche beispielsweise Peptid-Moleküle, die bereits auf die Krankheit hinweisen, bevor die Betroffenen überhaupt irgendwelche Symptome spüren.

Diese sogenannten Biomarker wollen die Würzburger Wissenschaftler von nun an weiter erforschen. "Wir haben jetzt die Chance, bislang völlig unbekannte Biomarker zu entdecken", erläuterte der Würzburger Experte.

Jeder dritte Spender ist mit Regelung einverstanden

Die seit dem Jahr 2006 existierende Biobank des BRK-Blutspendedienstes hat mit der Zustimmung der Blutspender jeweils zwei Milliliter Blut länger als fünf Jahre gelagert und auch der Forschung zur Verfügung gestellt. Wie der BRK-Blutspendedienst berichtet, war bislang jeder dritte Blutspender mit dieser Regelung einverstanden.

Die Blutspender-Biobank in Bayern besitzt nach ihren eigenen Angaben eine der weltweit größten Sammlungen von solchen Proben.

Die Universität baut seit dem Sommer 2011 in Würzburg eine von fünf nationalen Biomaterial- und Datenbanken in Deutschland auf. Dort werden neue Gewebe- und Flüssigkeitsproben von Patienten gesammelt.

Die vier anderen Standorte sind Aachen, Heidelberg, Berlin und Kiel. Nur das Universitätsklinikum Würzburg arbeitet darüber hinaus mit der regionalen Blutspender-Biobank zusammen.

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