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2120 Frauen untersucht

Brustkrebs-Screening – MRT übertrifft Sono

Die magnetresonanztomografische Untersuchung der Mammae verbessert die diagnostische Genauigkeit des Screenings auf Mammakarzinome erheblich. Vor allem Frauen mit dichtem Brustgewebe könnten daraus Nutzen ziehen.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:

AACHEN. Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist im Brustkrebs-Screening bisher allenfalls ein Instrument, um Frauen mit hohem Risiko zu untersuchen. Dabei zeichnet sich die MRT gegenüber der Mammografie und der Sonografie durch eine höhere Sensitivität aus. Ob die MRT auch bei Frauen mit durchschnittlichem Risiko – also mit einem Lebenszeitrisiko für Brustkrebs von 6 bis 12 Prozent – Vorteile gegenüber den herkömmlichen Methoden hat, ist in einer Studie an den akademischen Brustzentren Aachen und Bonn geprüft worden.

Professor Christiane Kuhl von der Universität Aachen und ihre Mitarbeiter bezogen 2120 Frauen in die Untersuchung ein, die im herkömmlichen Screening (Mammografie ohne oder mit Ultraschall) in die BI-RADS-Kategorien 1 oder 2 eingeordnet worden waren, also einen negativen oder gutartigen Befund attestiert bekommen hatten (Radiology 2017, 283 (2): 361-370). Zielgrößen waren die Raten zusätzlich entdeckter Krebstumoren und von Intervallkarzinomen, die Spezifität und der positive Vorhersagewert der Brust-MRT.

Ausgewertet wurden insgesamt 3861 MRT in einer Beobachtungszeit von summarisch 7007 Frauenjahren. Bei 61 Patientinnen deckte die Bildgebung durch Kernspinresonanz ein Mammakarzinom auf. 48 dieser Tumoren wurden im Prävalenzscreening, also bei der Erstuntersuchung gefunden. 13 weitere entfielen auf das Inzidenzscreening und wurden in einer Folgeuntersuchung diagnostiziert; einer davon wurde auch im Mammografie-Sonografie-Screening erkannt.

Insgesamt wurden demnach 60 Mammakarzinome allein durch die MRT gefunden – alle, die bei der Erstuntersuchung, und 12 von 13, die bei Folgeuntersuchungen aufgefallen waren. 20 davon waren duktale In-situ-Karzinome, 40 wuchsen invasiv. Im Median maßen die Geschwülste 8 mm im Durchmesser, 93,4 Prozent waren Lymphknoten-negativ, 41,7 (Prävalenzscreening) bzw. 46,0 Prozent (Inzidenzscreening) waren hochgradige, entdifferenzierte Karzinome. Intervallkarzinome traten nicht auf.

Die Rate zusätzlich entdeckter Karzinome lag bei 15,5 / 1000 Screenings, 22,6 / 1000 für die Prävalenz, 6,9 / 1000 für die Inzidenz. Nur die invasiven Tumoren betrachtet, betrugen die Entdeckungsraten 14,2 / 1000 (Prävalenz) bzw. 6,3 / 1000 (Inzidenz). Die Spezifität der MRT erreichte 97,1 Prozent. Der positive Vorhersagewert betrug 35,7 Prozent; er lag damit zweieinhalbmal so hoch wie jener, der im jüngsten Evaluationsbericht zum Mammografiescreening dokumentiert und mit 14 Prozent beziffert ist.

Die MRT kann demnach zweifellos auch Frauen mit durchschnittlichem Brustkrebsrisiko nützen – wären da nicht die Kosten. Kuhl und Kollegen sind sich dessen bewusst. Sie weisen aber darauf hin, dass die MRT die Zahl der abzuklärenden suspekten Befunde senken und dadurch Kosten sparen kann. Auch ein abgekürztes Untersuchungsprotokoll könnte die MRT-Bildgebung der Brust verbilligen.

Jedenfalls ist die MRT in der Lage, Unzulänglichkeiten der herkömmlichen Mammografie zum Teil auszugleichen. Ein wesentliches Hindernis der Mammografie ist die Dichte des Brustgewebes. Kuhl und Mitarbeiter verweisen darauf, dass mehr als die Hälfte der Frauen, die sich am Screening beteiligen, Brustgewebe mittlerer oder hoher Dichte aufweist, was Sensitivität und Spezifität der Röntgenuntersuchung reduziert. Die Forscher vermuten, dies könne die hohe Rate an Intervallkarzinomen von 30 – 50 Prozent erklären, die mit dem mammografischen Screening verknüpft ist.

35,7% betrug der positive Vorhersagewert mittels MRT; er lag damit zweieinhalbmal so hoch wie jener, der im jüngsten Evaluationsbericht zum Mammografiescreening dokumentiert und mit 14 Prozent beziffert ist.

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