Tag der Familie

Caritasverband fordert Ausbau des Angebots der Babylotsen

Babylotsen unterstützen junge Eltern schon von der Geburtsklinik aus. Damit das Angebot flächendeckend zum Einsatz komme, brauche es aber eine verlässliche Finanzierung, mahnt der Deutsche Caritasverband.

Veröffentlicht:
Mutter mit Baby: Sogenannte Babylotsinnen und Babylotsen unterstützen junge Eltern bei Bedarf.

Mutter mit Baby: Sogenannte Babylotsinnen und Babylotsen unterstützen junge Eltern bei Bedarf.

© nataliaderiabina / stock.adobe.com

Berlin. Der Caritasverband hat eine bundesweit gleiche Finanzierung des seit 2007 erprobten Einsatzes sogenannter Babylotsinnen und Babylotsen gefordert. Es brauche dringend eine verlässliche Finanzierung des Projekts, sagte Verbandspräsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa am Dienstag.

Babylotsen unterstützten Mütter und Väter bei der Orientierung nach der Geburt ihres Kindes. „Eine segensreiche Einrichtung, die wir uns für alle Entbindungsstationen wünschen“, so Welskop-Deffaa, die sich anlässlich des internationalen Tags der Familie am Mittwoch (15. Mai) äußerte.

Fachkräfte mit sozialpädagogischer Ausbildung

Laut Caritasverband kommen Babylotsinnen und Babylotsen derzeit an knapp 100 Geburtskliniken in 13 Bundesländern zum Einsatz. Im Jahr 2023 hätten die Fachkräfte in Geburtskliniken rund 36.800 Familien unterstützt. Nicht jede Klinik in Deutschland könne das Angebot aber umsetzen, da eine Regelfinanzierung fehle.

Die Fachkräfte würden schnell erkennen, ob Mütter psychosozial belastet, psychisch erkrankt oder von Gewalt bedroht seien, so der Verband. Bei Bedarf vermittelten Babylotsinnen Hilfen im Alltag oder organisierten die Nachsorge.

Thema bei der nächsten GMK im Juni

Welskop-Deffaa sagte, sie begrüße es, dass nun endlich ein Vorschlag zur Regelfinanzierung des Babylotsen-Programms vorliege. Laut Caritasverband soll der Entwurf im Juni im Rahmen der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder beraten werden. „Damit kann das wichtige präventive Familien-Angebot endlich auf eine solide Grundlage gestellt und ausgebaut werden.“

Laut Caritas rechnet sich das Programm. Ein einzelner Kinderschutzfall bedeute für den Staat Ausgaben in Höhe von mindestens 400.000 Euro. Für eine flächendeckende Umsetzung des Programms an allen Geburtskliniken wären knapp 34 Millionen Euro pro Jahr nötig. Das seien gerade einmal 50 Euro pro Geburt. (hom)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

© Bionorica SE

Phytoneering-Akademie

Praxisfall im Podcast: Atemwegsinfekt

Anzeige | Bionorica SE
Antibiotika – Fluch und Segen

© Bionorica SE

Podcast

Antibiotika – Fluch und Segen

Anzeige | Bionorica SE
Brauchen wir noch Antibiotika?

© deepblue4you | iStock

Content Hub

Brauchen wir noch Antibiotika?

Anzeige | Bionorica SE
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main

ADHS im Erwachsenenalter

Wechseljahre und ADHS: Einfluss hormoneller Veränderungen auf Symptomatik und Diagnose

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG, Iserlohn
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
 Shabnam Fahimi-Weber

© Jochen Tack

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin

Endoskopische Auffälligkeiten bei der Colitis ulcerosa

© Gastrolab / Science Photo Library

Interview

Das ist neu in der S3-Leitlinie Colitis ulcerosa