Rheuma

Coxib punktet bei Rheuma, Spondylitis und Gicht

WIESBADEN (ner). Bei Patienten mit entzündlich bedingten Schmerzsyndromen können mit einem Coxib im Vergleich zu herkömmlichen NSAR etwa 50 Prozent der gastrointestinalen Komplikationen vermieden werden. Bei Rheumatikern ist darüber hinaus die Wirksamkeit von Etoricoxib der von Naproxen überlegen.

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Diese Aussage hat Professor Klaus Krüger aus München beim Internistenkongreß in Wiesbaden mit den Ergebnissen mehrerer Studien belegt. Dazu gehörten zwei Phase-III-Studien, an denen 800 und 400 Patienten mit Rheumatoider Arthritis teilnahmen. Bei ihnen war Etoricoxib (Arcoxia®) mit Placebo und mit Naproxen verglichen worden.

Beide Wirkstoffe waren wirksamer als Placebo. Zudem sei in der US-Studie mit 800 Patienten die Wirksamkeit des Coxibs der von Naproxen überlegen gewesen, sagte Krüger bei dem vom Unternehmen MSD unterstützten Symposium.

Der Rheumatologe verwies außerdem auf eine Studie bei 387 Patienten mit ankylosierender Spondylitis. In einer ersten Phase von sechs Wochen hatten sie randomisiert und Placebo-kontrolliert täglich 90 und 120 mg Etoricoxib erhalten oder zweimal 500 mg Naproxen. Danach waren die Effekte der Wirkstoffe für insgesamt ein Jahr verglichen worden.

In allen drei Zielparametern erwies sich das Coxib als wirksamer: bei der Reduktion der Wirbelsäulenschmerzen, bei der Gesamtbeurteilung der körperlichen Aktivität sowie beim Funktionsstatus der Patienten. Nach Angaben von Krüger werde demnächst die Zulassung der Substanz bei ankylosierender Spondylitis erwartet.

Im Vergleich zu anderen Antiphlogistika trete die Wirkung rasch ein, innerhalb von 30 bis 60 Minuten, weshalb die Substanz auch zur Behandlung von Patienten mit Gichtanfall geeignet sei. Wegen der langen Wirkdauer brauchten sie nur einmal täglich eine Tablette einzunehmen.

Coxibe können ebenso wie nicht-selektive Antirheumatika in geringem Ausmaß kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall begünstigen, wie Dr. Wolfgang Bolten aus Wiesbaden sagte. Die gastrointestinalen Risiken von NSAR seien unabhängig von Dosis und Zeit. Daskardiovaskuläre Risiko nehme langfristig allmählich zu.

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