Statistik

Deutschlands 1276 Drogentote

Die Zahl der Drogentoten bleibt nahezu konstant, so die Statistik der Drogenbeauftragten für das Jahr 2018. Anders sieht es bei Legal Highs aus.

Veröffentlicht: 10.04.2019, 11:07 Uhr
Deutschlands 1276 Drogentote

Opiode führen die Statistik der Drogentoten an, doch Legal Highs holen auf.

© CrazyCloud / stock.adobe.com

BERLIN. Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist im vergangenen Jahr nahezu konstant geblieben. Wegen des Konsums illegaler Substanzen starben 1276 Menschen und damit vier mehr als 2017, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), am Mittwoch mitteilte.

Häufigste Ursache waren weiterhin Überdosierungen von Opioiden wie Heroin und Morphin. Daran starben 629 Menschen, nachdem es im Jahr zuvor 707 gewesen waren. Einen Anstieg gab es dagegen nun etwa bei Todesfällen durch psychoaktive Medikamente.

Mortler sagte: „Jeder einzelne Todesfall verpflichtet uns, Menschen noch besser vor den Gefahren von Drogen zu schützen und sie vor den oftmals tödlichen Folgen ihres Drogenkonsums zu retten.“ Gefragt seien neben dem Staat auch Unternehmen und die ganze Gesellschaft.

„Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit. Kranke brauchen Hilfe und keine Stigmatisierung“, Mortler. Eine zentrale Rolle komme den 1500 ambulanten Suchtberatungsstellen zu, die Betroffene auch beim Bewältigen sozialer Folgen des Drogenkonsums unterstützen.

Ohnehin machte sich die Drogenbeauftragte der Bundesregierung für die kommunale Suchthilfe stark. Gleichzeitig forderte sie mehr Geld von Städten und Gemeinden für diese: "Mehr leisten bei gleichbleibender Finanzierung – das funktioniert nicht!".

Opposition fordert Verbesserungen

Kritik kam von den Grünen: Die Bundesregierung solle bundesweit die Mitgabe von Naloxon an Heroinsüchte und ihre Angehörigen ermöglichen, forderte Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Drogenpolitik. "Marlene Mortler ruht sich auf dem Bayerischen Modellprojekt aus. Das reicht aber nicht".

"Darüber hinaus muss die Substitutionstherapie für Menschen in Haft ausgebaut werden", so Kappert-Gonther weiter. (ajo, zum Teil mit dpa-Material)

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