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Kommentar zur Pränataldiagnostik

Diskussion ist notwendig

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:

Zehn Abgeordnete unterschiedlicher Parteien machen sich dafür stark, dass der Bundestag darüber debattiert, wie die Gesellschaft in Zukunft mit vorgeburtlichen Bluttests umgehen will. Anlass ist der Test auf Trisomie 21, dessen Aufnahme in den GKV-Leistungskatalog geprüft wird.

Die Diskussion über die ethischen und moralischen Implikationen solcher Tests ist notwendig. Dabei geht es nicht um individuelle Entscheidung von Frauen, ob sie mit einem kranken oder behinderten Kind leben können und wollen. Es geht um den gesellschaftlichen Blickwinkel. Es darf kein Klima entstehen, in dem Frauen sich dafür rechtfertigen müssen, dass ihr Kind nicht gesund ist oder in irgendeiner Form von der "Norm" abweicht, weil man das vor der Geburt hätte herausfinden können.

Gleichzeitig müssen Fragen geklärt werden wie: Wo liegen die Grenzen? Wer will entscheiden, mit welchen Krankheiten ein Leben noch "lebenswert" ist und mit welchen nicht?

Es steht nicht fest, dass der breite Einsatz von vorgeburtlichen Tests auf Krankheiten zu einem verstärkten Druck auf Frauen führen wird. Aber wenn man sich nicht rechtzeitig mit dem Thema auseinandersetzt, könnte das schleichend passieren. Deshalb ist den Bundestagsabgeordneten mit ihrer Initiative Erfolg zu wünschen.

Lesen Sie dazu auch: Kind mit Prüfsiegel? Bluttest könnte Präzedenzfall werden

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