Risiko Zeckenstich

Drei neue FSME-Risikogebiete

In die FSME-Karte Deutschlands sind drei neue Risikogebiete eingezeichnet worden, teilt das Robert Koch-Institut (RKI) mit. Die drei neuen Risikokreise liegen in Sachsen und Thüringen und grenzen an bisherige FSME-Risikogebiete. Das RKI appelliert an Ärzte, Menschen mit Infektionsgefahr verstärkt zu impfen.

Veröffentlicht: 24.02.2020, 14:19 Uhr
Drei neue FSME-Risikogebiete

Von FSME-Viren befallene Neuronen im Modell.

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

Berlin. Insgesamt 164 Land- und Stadtkreise in Deutschland sind jetzt Risikogebiete für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), berichtet das Robert Koch-Institut (Epi Bull 2020; 8: 3). Neu hinzugekommen sind dabei der Stadtkreis Dresden sowie die Landkreise Meißen und Schmalkalden-Meiningen (siehe nachfolgende Karte). Damit verstärkt sich der Trend, dass im Osten Deutschlands häufiger FSME auftritt.

Der Fokus der FSME-Erkrankungen liegt jetzt in Bayern und Baden-Württemberg sowie in Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen. Einzelne Risikokreise gibt es zudem in Mittelhessen (Marburg-Biedenkopf), im Saarland (Saar-Pfalz), in Rheinland-Pfalz (Birkenfeld) und in Niedersachsen (Emsland).

Das RKI betont zudem: Auch in Bundesländern ohne FSME-Risikogebiete werden vereinzelt Erkrankungen beobachtet. Besonders während der Zeckensaison sollte daher, bei entsprechender Symptomatik, überall in Deutschland differenzialdiagnostisch an FSME gedacht werden.

FSME-Risikogebiete

  • Als FSME-Risikogebiet gilt ein
  • Land- oder Stadtkreis mit einer erhöhten Rate an FSME-Fällen in einem Fünfjahreszeitraum zwischen 2002 und 2019 (>1 Erkrankung pro 100.000 Einwohner) oder eine
  • Kreisregion – bestehend aus dem betreffenden Kreis plus allen angrenzenden Kreisen – mit einer solchen Rate.
  • Status als Risikogebiet behält ein Kreis mindestens 20 Jahre. In den vergangenen Jahrzehnten gab es keine Anzeichen für ein Erlöschen von FSME-Naturherden in Risikogebieten.

Ärztemerkblatt FSME, Risikokarte und weitere FSME-Infos: www.rki.de

Die Mehrzahl der Betroffenen infiziert sich dabei in den Monaten Mai bis Oktober. 2019 wurden dem RKI 444 FSME-Erkrankungen gemeldet und damit rund ein Viertel weniger als im Rekordjahr 2018 mit 584 Fällen (siehe nachfolgende Grafik).

Im vergangenen Jahr manifestierte sich die FSME bei gut jedem zweiten Betroffenen als Meningitis, Enzephalitis oder Myelitis. Zwei Erkrankte sind gestorben, beide waren älter als 75 Jahre. Das Erkrankungsrisiko steigt ab dem Alter von 40 Jahren deutlich an, warnt das RKI.

Wichtig ist vor allem auch die Prävention: Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt den Impfschutz allen Menschen, die sich in FSME-Risikogebieten in der Natur aufhalten wollen (Zeckenexposition). Die Impfraten sind unbefriedigend, so das RKI. Seit 2010 stagnieren sie oder nehmen sogar ab.

Im vergangenen Jahr seien 98 Prozent der gemeldeten FSME-Patienten gar nicht oder nur unzureichend geimpft gewesen. Ein hoher Anteil der Erkrankungen in Risikogebieten lasse sich also durch gesteigerte Impfquoten verhindern, betont das Institut. (eb/eis)

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