Direkt zum Inhaltsbereich

Durchbruchschmerz oder kein Durchbruchschmerz?

Mit einem Diagnose-Algorithmus lässt sich klären, ob tatsächlich Durchbruchschmerzen bestehen.

Veröffentlicht:

Palliativ behandelte Patienten mit chronischen Schmerzen haben unter Umständen Durchbruchschmerzen, die mit einer Bedarfsmedikation gelindert werden müssen. Zuvor sollte mit einem Diagnose-Algorithmus geklärt werden, ob es sich tatsächlich um Durchbruchschmerzen handelt und welche Schmerzart vorliegt.

Man müsse man sich stets fragen, ob der Patient wirklich Durchbruchschmerzen hat oder ob zum Beispiel nicht vielmehr ein Wirkverlust der Dauermedikation zum Ende des Dosierungsintervalls vorliegt, so Professor Friedemann Nauck aus Göttingen beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt am Main. In diesem Falle nämlich sei kein kurz und schnell wirksames Analgetikum nötig, sondern die Dauermedikation müsste angepasst werden.

Bringt die Bedarfsmedikation keine Linderung, empfiehlt Nauck zu erfragen, ob und wann die Bedarfsmedikation genommen wurde oder ob es etwa unmittelbar danach zum Erbrechen gekommen ist. Viele Patienten hätten auch einfach Angst, ihre Bedarfsmedikation zu nehmen.

Wichtig ist, welche Art von Schmerz vorliegt.

Ist der Schmerz trotz aller Maßnahmen nicht unter Kontrolle, sollte erneut die Schmerzart geklärt werden. Ist es eher ein blitzartig auftretender, brennender, also neuropathischer Schmerz, oder handelt es sich um Knochenschmerzen, die vor allem bei Bewegung auftreten? Viszerale Schmerzen äußern sich krampf- und kolikartig, Weichteilschmerzen treten vor allem bei Berührung auf.

Die Konsequenzen für die Therapie sehen dementsprechend aus. So seien neuropathische Schmerzen durchaus Opioid-sensibel, betonte Nauck bei der von Cephalon unterstützten Veranstaltung. Hinzu kommen Koanalgetika wie Antidepressiva und Antikonvulsiva. Bei Knochenschmerzen unter körperlicher Belastung sollte die Analgetika-Dosis unmittelbar vor planbaren Belastungen erhöht werden. Auch sei bei Tumorpatienten mit Knochenschmerzen womöglich eine palliative Bestrahlung zu erwägen. Bei viszeralen Schmerzen kommen dagegen eher Spasmolytika und Metamizol infrage.

Ist die Linderung der Schmerzen unzureichend, kann die Indikation zur Neurolyse (lumbale Sympathikusblockade, intrathekaler Block) gegeben sein. (ner)

Mehr zum Thema

Psychologische Interventionen

Sprechende Medizin: 10 Schritte bei chronischen Schmerzen

Muskuloskelettale Erkrankungen

Was bringt Kinesiotaping?

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sprechende Medizin

4 Tipps: So können Sie den Placebo-Effekt für die Therapie nutzen

Lesetipps
Ein Läufer, der sein Knie mit blauem Tape versorgt hat.

© baranq - stock.adobe.com

Muskuloskelettale Erkrankungen

Was bringt Kinesiotaping?